Die natürliche Sonne, Leseprobe, Seite 3

[NS.01_005,06] Da wir aber solches wissen, so wird euch das Leuchten einer jeden Sonne dadurch noch gründlicher ersichtlich, so Ich euch sage, daß dessenungeachtet dennoch auch jede Sonne für sich aus dem Bereiche der ihr innewohnenden Geister ihr Eigenlicht hat. Jedoch ist dieses Licht bei weitem nicht von der intensiven Art, wie ihr die Sonne erblickt; sondern dieses Eigenlicht ist vielmehr nur eine stets rege Befähigung der Luftoberfläche des Sonnenkörpers, damit diese das aus der Zentralsonne und aus den Wänden der Hülsenglobe ausgehende Licht und die Ausstrahlungen von andern Sonnen desto lebendiger und vollkommener in sich aufnehmen und sodann wieder von sich geben kann. Aus diesem Grunde bestehen denn auch auf jedem Sonnenkörper eine Menge sogenannter Vulkane, besonders in der Gegend ihres Äquators. Was es jedoch mit diesen Vulkanen, die sich nicht selten dem bewaffneten Auge als schwarze Flecken kundgeben, für eine Bewandtnis hat, und wie durch sie die Sonnenluftatmosphäre zur Aufnahme des Lichtes stets fähig erhalten wird, soll euch in der nächsten Mitteilung kundgetan werden.

6. Kapitel – Die ätherische Umfassungshülse der Weltkörper und Weltkörpersysteme. – Die größte Weltkörpergesamtheit, eine Hülsenglobe.

[NS.01_006,01] Nachdem wir nun kennengelernt haben, woher die Sonnen ihr Licht bekommen, und wie sie dann dasselbe wieder weiterspenden, da dürfte so mancher Grübler darauf kommen und sagen: Ich habe meines Teils gegen diese Lichthypothese der Sonne gerade nichts, sie ist annehmbar und läßt sich hören; aber es muß nur gezeigt werden, woher denn die besagte Hauptzentralsonne ihr eigentümliches Flammenlicht hat? Was ist überhaupt das Leuchten dieser angeblichen Flammen? Wodurch werden diese Flammen bewirkt? Was ist denn da der ewige Brennstoff, der von so intensiv heftig leuchtenden Flammen nimmerdar aufgezehrt werden kann?
[NS.01_006,02] Sehet, das sind so recht tüchtige Fragen. Aber es steckt eine noch tüchtigere im Hintergrunde, und diese wäre folgende, da jemand sagen könnte: Obschon die ganze Sache einen sehr wahrscheinlichen Stich hat, so bleibt es aber dessenungeachtet äußerst problematisch, ob da wirklich eine solche Hülsenglobe anzunehmen ist, und ob in ihr wirklich eine solche ungeheure Zentralsonne brennt. Wenn fürs erste solches erwiesen werden kann, so wollen wir Naturkundige und Astronomen die Sache wohl annehmen; aber solange ein solcher Beweis nicht hergestellt werden kann, können wir diese ganze Erleuchtungshypothese als nichts anderes betrachten, als einen recht wohlgelungenen und artigen Sukzeß dichterischer Phantasie.
[NS.01_006,03] Sehet, da habt ihr bei dieser Gelegenheit so nahe ganz buchstäblich die Einwendungen, welche uns auf dem natürlichen Wege begegnen können. – Damit sich aber eben solche kritische Grübler nicht erst an den Verfasser allenfalls wenden möchten, um sich bei ihm ihre verlangten Beweise zu erbitten, sondern damit sie eben dasselbe, was sie hierin zu beanstanden glauben, auch schon hier als erwiesen dargetan finden sollen, so wollen wir allem dem alsogleich auf eine sehr sinnige Weise begegnen.
[NS.01_006,04] Was die Hülsenglobe betrifft, so hat diese zahllose Entsprechungen in jedem kleinsten Geschöpfe, wie in einem Planeten, in einer Sonne und kurz in allem, was ihr nur immer ansehen wollet. Wo ist ein Ding, dessen unendlich viele Teile, aus denen es besteht, außen herum nicht von irgend einer Schale, Rinde oder Haut umgeben wären? ...

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