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Jakob
Lorber
Die
natürliche Sonne
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Durch
das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Nach der 6. Auflage 1980.
Lorber-Verlag Hindenburgstraße 5 D-74321
Bietigheim-Bissingen. Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2000 by
Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.
...
4.
Kapitel Lehre vom Sonnenlicht. Der Luftkreis als
Lichthülle.
[NS.01_004,01]
Vorerst wollen wir bei der Anschauung der Sonne ihre Lichthülle in
Augenschein nehmen, und das aus dem Grunde, weil der vollkommene Sonnenplanet
mit eben dieser seiner äußeren Umfassung erst zur Sonne wird.
[NS.01_004,02] Was ist denn diese Lichthülle in
naturmäßiger Hinsicht betrachtet? Diese Lichthülle ist der
eigentliche, atmosphärische Luftkreis um den eigentlichen Sonnenplaneten
herum und ist nur an der äußersten Oberfläche so stark
glänzend; gegen den Planeten selbst aber wird er immer dunkler, so zwar,
daß von dem eigentlichen Sonnenplaneten durch diesen Lichtstoffkreis
ebenso ungehindert in den freien Weltenraum hinausgesehen werden kann, als von
irgendeinem andern Planeten. Und eben diese Lichthülle, durch welche von
keinem Planeten aus auf den eigentlichen Sonnenkörper zu schauen
möglich ist, ist vom Sonnenplaneten selbst aus im höchsten Grade
durchsichtig. [NS.01_004,03] Ihr werdet hier notwendigerweise fragen: Wie
ist denn solches möglich, daß man durch diese allerintensivste
Lichtmasse vom eigentlichen Sonnenplaneten aus könne ungehindert in die
endlos weiten Fernen hinausschauen, während es doch die allerplatteste
Unmöglichkeit ist, durch eben diese Lichtmasse von außen her auf den
inneren Sonnenplaneten selbst hineinzuschauen? [NS.01_004,04] Die Ursache
dieser Erscheinung ist sehr einfach und liegt euch näher, als ihr es
glauben möchtet. Ein ganz einfaches, euch wohlbekanntes Naturbeispiel wird
euch die Sache völlig aufklären. Setzen wir den Fall, ihr
stündet vor dem Fenster irgendeines Hauses, von welchem sich gerade die
dahin fallenden Sonnenstrahlen auf euer Auge zurückwerfen; was seht ihr
da? Nichts als den grellen Widerschein der Sonne aus dem Fenster,
welcher euch ein unbesiegbares Hindernis ist, zu entdecken, was sich da hinter
dem Fenster befindet. Wird dasselbe Hindernis auch für denjenigen, der
hinter dem Fenster steht, ein Hindernis sein, zum Fenster hinauszuschauen und
alles recht genau zu beobachten, was in der Nähe und in der Ferne sich
außerhalb des Fensters befindet; vorausgesetzt, daß das Glas des
Fensters vollkommen gereinigt ist? O nein, nicht im geringsten!
Während ihr außerhalb des Fensters stehend nichts als die
weißglänzende Glasscheibe erblicken werdet, wird der innerhalb des
Fensters Stehende recht bequem eure Haare zählen können.
[NS.01_004,05] Sehet, gerade also ist es auch mit der Sonne der Fall, da
ihr eigentlicher Lichtglanz nichts anderes ist als zuerst eine Aufnahme aller
der Strahlen von einer Milliarde Sonnen, die sich auf dieser
überweitgedehnten Sonnenluft-Spiegeloberfläche nahe
unendlichfältig jede für sich abspiegeln; gerade also, wie sich die
Sonne selbst auf einem andern Planeten zahllosfältig abspiegelt, sowohl
auf den festen Landes-Gegenständen, besonders aber auf der Oberfläche
der Wasserfluten und zuallermeist auf der kontinuierlichen Luftoberfläche,
welche da einen Planeten umgibt. [NS.01_004,06] Ihr werdet hier fragen und
sagen: Warum ist denn unser Planet, die Erde, wie auch manche andere Planeten,
die wir sehen, nicht auch von dem starken Lichtglanze umgeben wie die Sonne, da
doch jeder Planet sich, so gut wie die Sonne, in der Mitte aller dieser
Milliarden Sonnen befindet? Wenn es denn also wäre, da müßte
der Mond ja mit einem ebenso starken Licht leuchten wie die Sonne, da auch er
die Strahlen von all denselben Milliarden Sonnen aufnehmen kann?
[NS.01_004,07] Damit ihr den Ungrund dieser Behauptung recht klar vollends
einsehen möget, so will Ich euch wieder durch ein Beispiel
zurechtführen. Nehmt einmal allerlei Glaskügelchen, von denen das
kleinste nicht größer sein solle als ein größtes
Sandkörnchen; dann wieder eins, so groß wie ein Hanfkorn; wieder
eins, so groß wie eine Erbse; und wieder ein anderes, so groß wie
eine Haselnuß; und wieder eins, so groß wie eine rechte Nuß;
eins wie ein mäßiger Apfel; eins wieder wie eine doppelte Faust;
eins in der Größe eines Menschenkopfes; und so aufwärts bis zur
Kugelgröße, die da hätte eine Klafter im Durchmesser.
Alle diese Kugeln stellet auf einen Platz hin, der von der Sonne beschienen
wird, und prüfet dann das zurückstrahlende Bild der Sonne auf jeder
dieser verschieden großen Glaskugeln. Auf dem kleinsten
Kügelchen werdet ihr kaum eines Schimmerpünktchens gewahr werden; auf
dem zweiten werdet ihr schon ein etwas mehr leuchtendes Pünktlein
entdecken; auf dem dritten wird euch das Fünklein schon heftiger am Auge
berühren. Das Bild der Sonne am vierten Kügelchen wird für euer
Auge sogar schon einen merkbaren Durchmesser bekommen, und ihr werdet es eben
nicht zu lange anschauen können. Von ferneren Kügelchen wird das
Licht schon wieder greller werden und der Durchmesser des verkleinerten
Sonnenbildes bei weitem merklicher. Wann ihr mit dieser Betrachtung zu der
menschenkopfgroßen Kugel fortkommen werdet, da wird das Sonnenbild schon
den Durchmesser einer großen Linse haben, und ihr werdet nicht mehr
imstande sein, es mit freiem Auge anzusehen. Auf der letzten und
größten Kugel aber wird das Bild der Sonne schon einen Durchmesser
von einem Zoll bekommen, allda ihr es dann um so weniger werdet mit freiem Auge
anzusehen imstande sein. [NS.01_004,08] Nun sehet, wie es sich mit diesen
Glaskügelchen verhält bezüglich der Aufnahme des Lichtes aus der
Sonne, gerade also verhält es sich mit den verschiedenen Weltkörpern.
Diejenigen Fixsterne oder entfernteren Sonnen, die ihr bloß als
Schimmerpünktchen von eurer Erde aus erschauet, diese selben
Pünktchen, besonders diejenigen darunter, welche ihr von eurer Erde aus
als Fixsterne erster, zweiter und dritter Größe kennt, erscheinen
den Jupiterbewohnern schon so groß, als bei euch da ist ein silbernes
Zwanzigkreuzerstück und ein Zehnkreuzerstück und ein
Fünfkreuzerstück. Warum denn also? [NS.01_004,09] Weil der
Planet Jupiter schon eine um nahezu viertausendmal größere Glaskugel
ist als eure Erde, und daher auch das Bild der fernen Sonnen notwendigerweise
in einem größeren Maßstab aufnehmen muß als euer viel
kleinerer Erdplanet; aus welchem Grunde der Jupiter trotz seiner bei weitem
größeren Entfernung von der Sonne aber dennoch ein viel
stärkeres Licht hat, als der bei weitem näher stehende Planet Mars,
und so auch eure Erde selbst.
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