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Paulus'
Brief an die Gemeinde in Laodizea, Leseprobe, Seite 2
[Lao.01_001,22]
In Christo wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und wir sind
vollkommen in Ihm; denn Er ist der Grund und das Haupt aller
Herrlichkeit, aller Macht und Kraft, aller Obrigkeit der Welt, und ist ein
Fürst aller Fürstentümer der Erde. [Lao.01_001,23] So
ich, Paulus, aber solches im Geiste und in aller Wahrheit zu euch geredet habe,
wie lasset ihr euch denn nun von Menschenlehre und Weltsatzungen betören?!
[Lao.01_001,24] Ihr seid beschnitten worden ohne Hand und Messer durch den
Heiligen Geist, indem ihr abgelegt habet euer sündiges Leben, welches war
eine mächtige Wurzel in eures Leibes Fleische; und das war eine wahre,
lebendige Beschneidung in Christo! [Lao.01_001,25] Denn da seid ihr in
eurem sündigen Fleische mit Christo für die Welt begraben worden
durch die Taufe mit dem Heiligen Geiste und seid dann wieder durch Christum neu
auferstanden durch den lebendigen Glauben und durch die Liebe zu
Ihm. [Lao.01_001,26] Was wollet ihr denn nun wieder mit der alten
Beschneidung, die da aufgehört hat; was mit der Zeremonie, die nunmehr ist
ohne Wert, weil Christus schon da war und auferstanden ist und wir in Ihm; was
wollet ihr mit dem Sabbate, wenn Christus an jedem Tage gewirket hat und noch
wirket und hat dadurch jeden Tag zu einem Tage des Herrn gemacht und hat am
Sabbate nicht gefeiert?! [Lao.01_001,27] Ich aber kenne euch,
daß ich euch sage: Christus, wie Er ist, will arm sein in der Welt; aber
ihr wollet Gold! Das ist es, darum ihr ein Bethaus, einen Feiertag und
verbrämte Kleider wollet! [Lao.01_001,28] Ihr saget, Gott habe durch
Christum, Seinen Sohn, die Satzungen Mosis nirgends aufgehoben, sondern
dieselben im letzten Abendmahle vielmehr bestätigt; also müßte
denn auch eine Opferzeremonie sein. [Lao.01_001,29] Ich, Paulus, ein
rechter, von Gott erwählter Apostel des Herrn, aber bin doch erfüllet
vom Geiste Gottes; wie kommt es denn, daß mir der Geist Gottes solches
noch nie angezeigt hat, indem ich doch vor meiner Berufung ein viel erpichterer
Tempeldiener und -knecht war, denn ihr es je waret?! [Lao.01_001,30] Ich
aber will euch nun sagen: Wie mich der Geist Gottes erweckt hatte, als ich nach
Damaskus zog, zu verfolgen die junge Gemeinde Christi daselbst, so habe ich
zuerst in meiner Blindheit sogar geschaut, daß der Herr im
Geiste und in der Wahrheit will verehrt und angebetet sein, aber ewig nimmer in
einer Zeremonie! [Lao.01_001,31] Denn keinen hatte Gott zuerst blind
gemacht, den Er berufen hatte zu Seinem Dienste; ich aber mußte erblinden
zuvor, auf daß ich verlöre alles, was der Welt ist, bevor ich werden
sollte einer Seiner geringsten Knechte nur! [Lao.01_001,32] Warum aber
mußte ich erblinden zuvor? Weil mein ganzes Wesen in der Materie des
Tempeldienstes begraben war, und damit es darum von ihr genommen ward!
[Lao.01_001,33] So mich aber der Herr ohne Zeremonie, also in meiner
Blindheit, berufen hat, wie hätte ich da aus dem Abendmahle je eine
Zeremonie machen sollen?! [Lao.01_001,34] Oder ist es nicht also, wie mich
allezeit lehret der Geist Gottes?! Wer das Licht der Augen hat, der
schauet die Zeremonien der Welt und erlustiget sich daran; [Lao.01_001,35]
aber für den Blinden ist alle Welt mit ihrer Zeremonie vergangen und der
alte Tempeldienst und alle die verbrämten Kleider! [Lao.01_001,36]
Also ist es eine ewige Wahrheit, daß der Herr mich nicht berufen hat
für eine neue Einrichtung der Zeremonie, sondern für die Aufrichtung
der Herzen, um welche der Satan Jahrtausende seine harten Ketten geschmiedet
hatte; [Lao.01_001,37] und zu predigen jedermann die Freiheit des Geistes,
den Frieden der Seele, und damit zu zerreißen in Christo dem Herrn die
alten, harten Bande des Todes. [Lao.01_001,38] Was aber nützt mir und
euch meine Lehre, was das Evangelium Gottes, so ihr euch frei wieder in den
alten Tod begeben wollet?! [Lao.01_001,39] Ich aber bitte euch um eures
ewigen Lebens willen: lasset ab von dem, was die alte Gefangenschaft zu Babel
allen Juden als ein hartes Erbe hinterließ!
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