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Jakob
Lorber
Jugend
Jesu
Das
Jakobus-Evangelium
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Durch
das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Nach der 11. Auflage 1996.
Lorber-Verlag Hindenburgstraße 5 D-74321
Bietigheim-Bissingen. Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2000 by
Lorber-Verlag, D-74321 Bietigheim-Bissingen.
...
Das
Jakobus-Evangelium über die Jugend Jesu. Biographisches Evangelium des
Herrn von der Zeit an, da Joseph Mariam zu sich nahm.
22.
Juli 1843 [JJ.01_43.07.22] Jakobus, ein Sohn Josephs, hat solches
alles aufgezeichnet; aber es ist mit der Zeit so sehr entstellt worden,
daß es nicht zugelassen werden konnte, als authentisch in die Schrift
aufgenommen zu werden. Ich aber will dir das echte Evangelium Jakobi geben,
aber nur von der obenerwähnten Periode angefangen; denn Jakobus hatte auch
die Biographie Mariens von ihrer Geburt an mit aufgenommen, wie die des Joseph.
Und so schreibe denn als erstes Kapitel:
1.
Kapitel Joseph der Zimmermann. Die Verlosung Mariens im Tempel. Gottes
Zeugnis über Joseph. Josephs Gebet. Maria im Hause Josephs.
[JJ.01_001,01]
Joseph aber war mit einem Hausbaue beschäftigt in der Gegend zwischen
Nazareth und Jerusalem. [JJ.01_001,02] Dieses Haus ließ ein vornehmer
Bürger aus Jerusalem dort der Herberge wegen erbauen, da sonst die
Nazaräer bis Jerusalem kein Obdach hatten. [JJ.01_001,03] Maria aber,
die im Tempel auferzogen ward, ist reif geworden und war nach dem Mosaischen
Gesetze not, sie aus dem Tempel zu geben. [JJ.01_001,04] Es wurden darum
Boten in ganz Judäa ausgesandt, solches zu verkünden, auf daß
die Väter kämen, um, so jemand als würdig befunden würde,
das Mägdlein zu nehmen in sein Haus. [JJ.01_001,05] Als solche
Nachricht auch zu Josephs Ohren kam, da legte er sobald seine Axt weg und eilte
nach Jerusalem und daselbst an den bestimmten Versammlungs- und Beratungsplatz
in dem Tempel. [JJ.01_001,06] Als sich aber nach Ablauf von drei Tagen die
sich darum gemeldet Habenden wieder am vorbestimmten Orte versammelt hatten und
ein jeder Bewerber um Maria einen frischen Lilienstab so bestimmtermaßen
dem Priester dargereicht hatte, da ging der Priester sobald mit den Stäben
in das Innere des Tempels und betete dort. [JJ.01_001,07] Nachdem er aber
sein Gebet beendet hatte, trat er wieder mit den Stäben heraus und gab
einem jeglichen seinen Stab wieder. [JJ.01_001,08] Alle Stäbe aber
wurden sobald fleckig, nur der zuletzt dem Joseph überreichte blieb frisch
und makellos. [JJ.01_001,09] Es hielten sich aber darob einige auf und
erklärten diese Probe für parteiisch und somit für ungültig
und verlangten eine andere Probe, mit der sich durchaus kein Unfug verbinden
ließe. [JJ.01_001,10] Der Priester, darob etwas erregt, ließ
sobald Mariam holen, gab ihr eine Taube in die Hand und behieß sie zu
treten in die Mitte der Bewerber, auf daß sie daselbst die Taube frei
solle fliegen lassen, [JJ.01_001,11] und sprach noch vor dem Auslassen der
Taube zu den Bewerbern: Sehet, ihr Falschdeuter der Zeichen Jehovas!
Diese Taube ist ein unschuldig reines Tier und hat kein Gehör
für unsere Beredung, [JJ.01_001,12] sondern lebt allein in dem Willen
des Herrn und verstehet allein die allmächtige Sprache Gottes!
[JJ.01_001,13] Haltet eure Stäbe in die Höhe! Auf dessen
Stab diese Taube, so sie das Mägdlein auslassen wird, sich niederlassen
und auf dessen Haupt sie sich setzen wird, der solle Mariam nehmen!
[JJ.01_001,14] Die Bewerber aber waren damit zufrieden und sprachen:
Ja, dies soll ein untrüglich Zeichen sein! [JJ.01_001,15]
Da aber Maria die Taube auf Geheiß des Priesters freiließ, da flog
dieselbe sobald zu Joseph hin, ließ sich auf seinen Stab nieder und flog
dann vom selben sogleich auf das Haupt Josephs. [JJ.01_001,16] Und der
Priester sprach: Also hat es der Herr gewollt! Dir, du biederer
Gewerbsmann, ist das untrügliche Los zugefallen, die Jungfrau des Herrn zu
empfangen! So nehme sie denn hin im Namen des Herrn in dein reines Haus zur
ferneren Obhut, Amen.
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