|
Die
Haushaltung Gottes, Bd. 2, Leseprobe, Seite 2
74.
Kapitel Die Wichtigkeit der Bestätigung der Gotteslehre durch das
Zeugnis des Geistes im Menschenherzen. ...
[HGt.02_074,02]
Der hohe Abedam aber richtete alsbald Seine Augen wieder hin auf den Oalim und
sagte zu ihm und somit auch zu allen den Vätern: [HGt.02_074,03]
Höre nun du, Mein geliebter Oalim, und beachte es wohl ein jeder in
sich, was Ich euch hier sagen werde! [HGt.02_074,04] Denn das ist ein
allerwichtigstes Ding; daß ihr das wohl erfasset im Herzen!
[HGt.02_074,05] Obschon ihr, die ihr Mich mit euren Augen sehet, und mit
euren Ohren höret, dessen nun nicht mehr bedürfet, so werden aber gar
viele euch noch nachkommen, die es dann allernötigst werden haben
müssen, so sie Mich werden kennen und in ihren Herzen lebendig
gläubig behalten wollen. [HGt.02_074,06] Bei denen aber diese Lehre
vernachlässigt wird, die werden Mich verlieren aus allen ihren inneren
Sinnen und werden sich dafür aus der groben Materie Götter machen und
werden sie an Meiner Statt anbeten; einige aber werden tun, wie nun schon tut
der Lamech in der Tiefe! [HGt.02_074,07] Daher also beachtet und behaltet
wohl die folgende große, heilige Lehre! [HGt.02_074,08] Solches aber
will Ich euch jetzt lehren über das Gesicht Oalims: [HGt.02_074,09]
Siehe und sehet; höre und höret! Der Mensch, der Mich nicht sah und
hörte, wie ihr jetzt, kann von Mir lediglich nichts wissen, außer
was er gehört hat von seinen nächsten Vormenschen.
[HGt.02_074,10] Also war es auch bei euch bis jetzt der Fall, da
außer dem Adam und der Eva niemand Mich je gesehen und gehört hatte
außer durch den Mund Adams und der Eva, die da Mich gesehen und
gehört haben, und einigen wenigen Zeitgenossen Ahbels, die da Meine Stimme
durch Meinen Engel vernommen haben. [HGt.02_074,11] Wie es aber euch
ergangen ist bis auf diese Zeit, also wird es wieder euren Nachkommen ergehen,
die Mich da nur durch euren Mund werden, aber eigentlich besonders nur durch
eure Herzen sollen tätig kennen lernen. [HGt.02_074,12] Was aber
könnt ihr euren Kindern von Meinem Dasein denn für Beweise geben, so
Ich Mich ihnen nicht auch zeige und zeigen kann und darf, wie nun euch?
[HGt.02_074,13] Ihr könnet ihnen nichts anderes tun, als nur oft genug
sagen, daß Ich zwar allenthalben da bin unsichtbar, wohne aber eigentlich
dennoch irgendwo über allen Sternen in einer endlosen Höhe der
Höhen, oder Tiefe der Tiefen, und daß ihr Mich wesenhaft gesehen
habet. [HGt.02_074,14] Werden eure Kinder aber auch ihren Kindern eine
solche Lehre von Mir geben können, da sie keine Zeugen waren Meiner
Sichtbarkeit? [HGt.02_074,15] Sehet, so sie lehreten als Zeugen, da
müßten sie ja vor Scham rot werden, und ihre Kinder würden es
ihnen ja doch gar bald ankennen, daß ihnen ihre Eltern eine Unwahrheit
gesagt haben! [HGt.02_074,16] Daher müssen sie ihnen sicher doch nur
euch als Zeugen Meines Daseins aufstellen, und so fort auf Kinder und
Kinder, und Kinder und Kinder. [HGt.02_074,17] Wenn aber dadurch die Zeugen
stets mehr und mehr veralten werden und lange, lange, lange nicht mehr dasein
werden und von den späteren Nachkommen sogar das Dasein der einstmaligen
Zeugen selbst bezweifelt wird, saget, wie wird es da mit der Lehre von Mir
aussehen?! [HGt.02_074,18] Wird am Ende nicht auch deren Echtheit samt
eurem Dasein bezweifelt werden?! [HGt.02_074,19] Und was werden diese
Menschen dann tun, wenn für die Echtheit dieser Meiner gegenwärtigen
Lehre niemand mehr einen gültigen und haltbaren Beweis wird aufzustellen
imstande sein? [HGt.02_074,20] Ich sage euch, da wird sich dann bald ein
jeder nur etwas mächtigere Mensch einen naturmäßigen Gott
machen und wird ihn mit seinen Hauptleidenschaften ehren und wird endlich seine
Brüder mit Gewalt zwingen, diesem seinem Gotte zu huldigen und zu opfern.
[HGt.02_074,21] Wenn aber solches zustande gebracht wird, so wird durch
solche Abgötterei auch alles hinabsinken in die allertiefste Nacht des
Verderbens und des ewigen Todes, und Ich werde dann gezwungen werden, mit
feurigen Schwertern und flammenden Ruten zu richten die in den Tod gesunkene
Welt, um sie wieder so weit zu beleben, daß sie fähig werde eines
anderen Gerichtes; und da wird aus Tausenden kaum einer zur Freiheit gelangen,
oder was ebensoviel heißt Tausende werden da kaum das freie
Leben eines einzelnen haben, und ihr Wohnort wird heißen Materie.
[HGt.02_074,22] Ich meine aber nun, ihr werdet in die Genüge haben, um
einzusehen, daß alle Lehre vom Munde zu Munde kein nütze ist und
also auch die vom Herzen zu Herzen, wenn sie nicht durch eine innere heilige
Zeugenschaft auf das lebendigste bestätigt wird. [HGt.02_074,23] Ja
wahrlich, sage Ich euch, die Lehre mag an und für sich noch so wahr, gut
und schön sein, wenn sie aber allein auf den Glauben angewiesen wird, der
da nichts als die alleinige schale Überlieferung zum Grunde und die
Blindheit des Herzens zum zeugenden Beweise für die Echtheit der Lehre
hat, so ist die Lehre alles dessen ungeachtet zu nichts nütze!
[HGt.02_074,24] Ihr aber seid schon überschwach geworden, da doch alle
eure Urlehrer noch am Leben sind; wie wird es denn hernach erst jenen ergehen,
die über eure jetzige Existenz selbst in den blindesten Kampf geraten
werden?! [HGt.02_074,25] Daher sage Ich euch noch einmal, daß da
keine Lehre zu etwas nütze ist, wenn ihre Satzungen nicht durch Mein
lebendiges Zeugnis in jedes Menschen Herz können bestätigt werden!
[HGt.02_074,26] Im Oalim habt ihr dieses lebendige Zeugnis ganz vollkommen
dargestellt gefunden. Also ist es auch hernach zu nehmen, daß ihr zwar
Meinen Namen und Meine urewige Gnade, Heiligkeit und liebevollste Wesenheit
lehret die Kinder schon aus eurem Munde auf die Art, wie Ich es euch nun bis
zur Genüge schon gezeigt habe; aber nur lasset es nicht bei der Lehre
allein bewendet sein, sondern sorget eifrigst dafür, daß diese Lehre
bei ihnen alsbald übergehe zur vollen, lebendigen Tat, und seid
versichert, daß da jeder, der in und an sich diese Lehre ernstlich
tätig aufnehmen wird, alsbald das große, lebendige, heilige Zeugnis
Oalims in sich finden wird, welches da überstark leuchtend zeugen wird von
der lebendigen Echtheit dieses Meines nun an euch alle gerichteten Wortes!
Vorige Seite |
Nächste
Seite
Zurück zur
Bibliographie
Lorber-Verlag, Hindenburgstraße 5, D-74321
Bietigheim-Bissingen,
info@lorber-verlag.de
|