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Jakob
Lorber
Die
Haushaltung Gottes
Leseprobe,
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Durch
das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Nach der 5. Auflage.
Lorber-Verlag Hindenburgstraße 5 D-74321
Bietigheim-Bissingen. Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2000 by
Lorber-Verlag, Bietigheim.
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4.
Kapitel Der dem Herrn wohlgefälligste Dank: die wortlose Liebe
in der tiefsten Demut des Herzens.
...
[HGt.02_004,12]
Und der Abedam entgegnete ihm: Höre du, Mein geliebter Lamech, so
jemand die Größe Meiner Erbarmung und Gnade an sich und in sich
lebendigst erkennet, daß er dann in seinem Herzen zu Mir für immer
erbrennt ... sein ganzes Inneres in den höchsten und reinsten Flammen der
Liebe seines Herzens zu Mir steht, siehe, das ist der Mir
wohlgefälligste Dank! [HGt.02_004,13] Denn, wer noch mit Worten Mir
danken und Mich loben und preisen kann, der hat die Größe Meiner
Wohltat, die Ich ihm angedeihen ließ, noch nicht in ihrer endlosen
Größe zu beachten angefangen, und hat auch Mich, den großen,
heiligen Geber, noch nicht erkannt, darum er dann auch die innerste Tiefe der
wahren Demut in sich noch nicht ergriffen hat und seine Zunge auf weltliche
Weise in Bewegung zu setzen vermag! [HGt.02_004,14] Siehe, an einem solchen
Zungendanke habe Ich kein Wohlgefallen, und wenn er selbst aus den Worten der
allerhöchsten Engel bestünde! [HGt.02_004,15] Wie es aber mit dem
Wortdanke sich verhält, so verhält es sich auch mit dem Tatdanke. Wer
da dächte, er könne sich durch seine Handlungen Mir dankbar bezeigen,
so sie entsprechen möchten völlig Meinem Willen, siehe, der auch ist
in einer großen Irre; denn was kann jemand denn tun, daß Ich seines
Dienstes benötigte, als könnte Ich solches ohne ihn nicht zuwege
bringen?! [HGt.02_004,16] Wer da Meinen Willen mag vollziehen, durch wen
mag er denn solches? [HGt.02_004,17] Ist es nicht Meine Kraft in ihm, die
solches ihn vollbringen macht, dafür er Mir ja doch wieder nur den
höchsten Dank schuldig ist?! [HGt.02_004,18] Wie möchte aber
jemand Mir damit danken, dafür er Mir nur den Dank alles Dankes schuldet?!
[HGt.02_004,19] Wer mir alsonach aber allein gültig und
wohlgefällig danken will, der danke Mir durch die Liebe wortlos in der
tiefsten Demut seines Herzens, und Ich werde seinen Dank ansehen und ihn also
annehmen, als wäre er etwas vor Mir! [HGt.02_004,20] Und siehe, du
Mein geliebter Lamech, also ist auch dein Dank ein rechter Dank, da du nicht
weißt, wo du anfangen und wo du enden sollst, da dich die Erkenntnis der
Größe Meiner Liebe und Erbarmung zu dir verschlungen hat und du
nichts mehr und weiter kannst als Mich nur über alles lieben!
...
...
72.
Kapitel Oalims Gesicht (Vision): Die drei ineinandersteckenden
Herzen.
(Oalim):
... [HGt.02_072,07] Da alsonach Dein heiliger Wille es ist, daß ich
reden soll, da will ja auch ich mit der größten Freudigkeit meines
Herzens es tun, was Dir, Du heiliger, liebevollster Vater nur immer
wohlgefällig ist! [HGt.02_072,08] Und sonach vernehmet denn alle, was
ich überwunderbar in mir geschaut, empfunden und gar treu und wohl
vernommen habe! [HGt.02_072,09] Es klang mir anfangs sehr sonderbar, darum
ich da hätte in mein Herz schauen sollen, und es war mir doch allerreinst
unmöglich, meinen Kopf, in dem doch die Augen stecken, in meinen Leib
selbst irgendwo zu stecken und im selben dann das Herz zu beschauen!
[HGt.02_072,10] Allein, als ich also nachdachte über diese
Möglichkeit oder Unmöglichkeit, die Augen in den Leib zu bringen, da
verlor ich aber denn auch auf einmal plötzlich das Licht meiner Augen;
doch fast im selben Augenblicke ward denn auch plötzlich alles helle in
mir, darum ich mich da innerlich sah also, wie ich mich sonst
äußerlich sehe beim Lichte der Sonne. [HGt.02_072,11] Ich konnte
aber da wieder nicht begreifen, wie solches möglich sein könnte, da
ich solches ehedem noch nie erfahren hatte; aber da ich also dachte, da fing
auch alsbald mein Herz an, vollkommen durchsichtig zu werden, und ich sah gar
bald drei Herzen also ineinanderstecken, wie da stecken hinter oder vielmehr
innerhalb der stachelicht rauhen Kastanienfrucht drei Kerne, und zwar zuerst
der braune Schalekern, in diesem Schalekerne das eigentliche Fleisch oder der
Fleischkern, und in diesem Fleischkerne erst hernach der kleine Keimkern, in
welchem erst das Leben eingeschlossen ist, und in diesem die unendliche
Mannigfaltigkeit und endlose Vielheit seiner selbst. [HGt.02_072,12] Das
äußere Herz aber zersprang bald und fiel alsbald abgelöst hinab
in eine endlose Tiefe, wo es vollends vernichtet wurde; und das war das
äußere Fleischherz des Leibes. [HGt.02_072,13] Das inwendigere,
substantielle Herz aber blieb und erweiterte sich beständig, darum es das
innerste, überstark leuchtende Keimherz also nötigte, dieweil dieses
selbst fort und fort wuchs und also auch stets größer wurde, wie da
der Keim eines in die Erde gelegten Samens sich stets erweitert und zwar so
lange fort, bis aus ihm dasteht ein mächtiger Baum. [HGt.02_072,14]
Also auch war es mit diesem meinem innersten Keimherzen der Fall. Anfangs sah
es nur aus, als wäre es ein Herz; als es aber dann stets größer
und größer wurde, da bekam es auch immer mehr und mehr eine
menschliche Gestaltung, und nun gar bald erkannte ich mich selbst in diesem
neuen Menschen, der da geworden ist aus diesem meinem ehemals inwendigsten
lichten Keimherzen. [HGt.02_072,15] Beim Anblicke dieses Menschen aber
dachte ich mir: ,Hat etwa dieser neue Herzmensch in mir denn auch noch ein Herz
in sich? [HGt.02_072,16] Und siehe da, alsbald wurde ich in diesem
neuen Menschen gewahr, daß auch er noch ein Herz in sich barg!
[HGt.02_072,17] Dieses Herz aber sah aus wie eine Sonne, und deren Licht
war stärker denn das Licht der Tagessonne tausendfach genommen.
[HGt.02_072,18] Als ich aber dieses Sonnenherz stets mehr und mehr
betrachtete, da entdeckte ich auf einmal in der Mitte dieses Sonnenherzens ein
kleines, Dir, o heiliger Vater, vollkommen ähnliches, lebendiges Abbild,
wußte aber nicht, wie solches möglich. [HGt.02_072,19] Da
ich aber darüber nachdachte, da ergriff mich auf einmal eine
unaussprechliche Wonne, und Dein lebendiges Bild öffnete alsbald den Mund
und redete zu mir aus dem Sonnenherzen des neuen Menschen in mir folgendes:
[HGt.02_072,20] ,Richte empor nun deine Augen, und du wirst bald gewahr
werden, woher und wie Ich in dir nun lebendig wohne! [HGt.02_072,21]
Und ich richtete alsbald meine Augen aufwärts und erschaute sogleich in
einer endlosen Tiefe der Tiefen der Unendlichkeit ebenfalls eine
unermeßlich große Sonne und in der Mitte dieser Sonne aber dann
bald Dich Selbst, o heiliger Vater! [HGt.02_072,22] Von Dir aus aber gingen
endlos viele überlichte Strahlen, und einer dieser Strahlen fiel in das
Sonnenherz im neuen Menschen in mir und bildete also Dich Selbst lebendig in
mir. [HGt.02_072,23] Bald darauf aber streckte der neue Keimherzmensch
seinen Arm aus und wollte mich äußeren Menschen gefangennehmen.
[HGt.02_072,24] Ich aber erschrak darüber, und dieser Schreck warf
mich wieder in mein altes Haus zurück. [HGt.02_072,25] Das früher
entwichene Fleischherz kam wieder aus der Tiefe gestiegen und umlagerte
sogleich wieder die zwei inneren Herzen; als solches geschehen, ward mir wieder
die Außenwelt sichtbar und alles Innere verschwand. [HGt.02_072,26]
Und somit ist das auch alles, was ich in mir gesehen, empfunden und gehört
habe. [HGt.02_072,27] O heiliger Vater, nimm diese meine sicher
unvollkommenste Erzählung gnädigst auf, und ergänze nach Deinem
heiligen Willen das Unvollkommene daran; Dein Wille! Amen. ...
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