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Die
Haushaltung Gottes, Leseprobe, Seite 8
[HGt.01_011,27]
Und zu sehen werdet ihr mich bekommen allezeit wieder, sooft ihr dem Herrn der
Herrlichkeit opfern werdet in aller Ergebung eure Herzen; und ich werde euer
Opfer nehmen in ein Gefäß und werde es tragen empor zu Gott und
werde es ausschütten vor dem Angesichte des Sohnes, und da wird der
große, heilige Vater Wohlgefallen haben an euren Werken.
[HGt.01_011,28] Aber ihr werdet mich auch zu sehen bekommen, so ihr
abweichen solltet oder könntet von dem Gesetze der Liebe und von den
Geboten des heiligen Vaters, so wie ihr mich jetzt noch sehet mit dem
Flammenschwerte in meiner Rechten, um euch zu treiben aus dem Garten und dir,
Adam, zu nehmen einen großen Teil der Geschenke der ewigen Liebe aus
Ihrer großen Gnade und dich dann zu lassen schwach und furchtsam vor dem
geringsten Geräusche des Grases. [HGt.01_011,29] Und nun siehe,
du blinder Schreiber dieses Meines neuen lebendigen Wortes in dir wie auch in
euch allen, und betrachte den Adam, wie er nun war im Paradiese ein
vollkommener Mensch bis auf eines, mit welchen Fähigkeiten er
ausgerüstet war, vollkommen ein Herr der Erde; und alle diese seine
Vollkommenheiten waren nur ein Geschenk von Mir, und er behielt sie bis zur
Zeit, da er ein einziges Mal Meiner vergaß, nachdem der Engel unsichtbar
wurde seinen Augen. [HGt.01_011,30] Und nun siehe, dieses alles, was der
Adam besaß als Geschenk, will Ich euch geben als bleibende Gabe und noch
zahllos Mehreres und noch unendlich Größeres, das Ich Selber bin,
und alles, was Mein ist, soll auch euer sein, so ihr Mich liebet, und sonst
nichts als liebet! [HGt.01_011,31] Aber wo ist eure Liebe, die Ich so teuer
erkaufte und ewig Mein nennen möchte?! Oh, dieser gibt es gar so wenig
mehr auf der Erde! Sie ist so leicht und so sanft, und ihr wollet sie nicht und
suchet sie auch nicht, wo sie eurer harrt, und verschmähet den hohen Preis
in ihr!
12.
Kapitel Die Verheißung des Herrn
[HGt.01_012,01]
O ihr Kinder Adams! Warum wollet ihr denn nicht lieber werden Meine Kinder? O
welche Mühen und anstrengende Arbeiten kostet es euch, um euch zu erwerben
das vom Schweiße eurer Hände triefende Brot Adams, das dazu noch
besudelt ist vom Geifer der Schlangen und getränkt vom Gifte der Nattern,
und damit ihr euch in eurem Unmaße den Tod zeitlich und dann auch ewig
eresset! [HGt.01_012,02] Und Mein Brot, das bestrichen ist mit dem Honig
Meiner Liebe und getränkt ist mit der Milch des ewig freien Lebens aus
Mir, und das ihr genießen könntet in der höchsten Fülle
alles Übermaßes, und das euch nimmer schaden würde ewig,
sondern euch stärken würde und euch ausrüsten mit aller Macht
und Kraft aus Mir ewig und auch schon zeitlich, so ihr es nur annehmen
möchtet, sehet, bald nach Meiner allergrößten Tat,
welche ist das große Werk der Erlösung für euch, da war dieses
Mein Brot sehr teuer noch, und die Menschen konnten sich dasselbe nur in
kleiner Gabe nicht anders als nur wieder durch ihr Mir dafür geopfertes
Blut und Leibesleben erkaufen, und dieses Mein Brot schmeckte damals bitter im
Munde der Käuflinge und war noch nicht bestrichen mit dem Honig der Liebe
und getränkt mit der Milch des freien Lebens auch zeitlich schon, sondern
sowohl der Honig als auch die Milch wurden den trauernden Käufern erst im
Reiche der Geister wohlgewogen hinzugegeben; und siehe, doch gab es der
Käufer in die großen Mengen! [HGt.01_012,03] Jetzt aber, wo Ich
es gebe jedem, der es nur immer wünscht, ganz umsonst, bloß für
das gewiß sehr kleine Entgelt eurer Liebe, mit Honig und Milch, und nun
siehe, nun verachtet man es bitter und verschmäht den großen,
freundlichen, gewiß und wahr für euch aller höchsten Liebe
vollsten Geber! [HGt.01_012,04] So merket es denn: Die Pforten Meiner
Himmel habe Ich jetzt weit öffnen lassen. Wer immer herein will, der komme
und komme bald und komme alsogleich; denn es ist gekommen die große Zeit
der Gnade, und das neue Jerusalem kommt zu euch allen hinab zur Erde, damit
alle, die Mich lieben, darinnen Wohnung nehmen sollen und sollen darinnen
gesättigt werden mit dem Honige und Milchbrote und trinken in vollen
Zügen das reine Wasser alles Lebens und sollen es schöpfen im
Übermaße aus dem ewigen Brunnen Jakobs! [HGt.01_012,05] Aber wie
auch immer die Niederkunft dieser Meiner großen Stadt wird sein eine
unermeßlich große Gnade allen Meinen Kindern, so wird sie aber doch
auch erdrücken durch ihre starken Mauern alle Blinden und wird
zerquetschen alle Tauben; denn ihre Größe wird einnehmen die ganze
Fläche der Erde! Und wer sie nicht sehen wird herniederkommen und nicht
vernehmen wird ihr Rauschen durch die reinen Lüfte der Erde, der wird nie
mehr einen Platz finden auf Erden, da er sich verbergen soll vor ihr und
entweichen ihrer Last. [HGt.01_012,06] Denn siehe, die Last ihrer
Paläste wird zermalmen die Berge und sie gleichmachen den Tälern, und
ihre Wohnhäuser will Ich stellen über die Pfützen und
Moräste; und all das Geschmeiß, das darinnen haust, wird
erdrückt werden im Grund und Boden durch die Grundfesten der
Wohnhäuser der großen Stadt Gottes, eures heiligen Vaters im Himmel
und auf der Erde. [HGt.01_012,07] Und es wird rufen der wahre Hirte Seine
Schafe, und sie werden Seine Stimme hören und wohl erkennen bis an alle
Enden der Erde und werden hinzukommen und sich weiden in aller Lust auf den
weiten Weideplätzen der ewigen Liebe des heiligen Vaters, welches sind die
großen Gärten der neuen heiligen Stadt des großen Königs
aller Völker, die waren, sind und sein werden ewig. [HGt.01_012,08]
Und diese Gärten werden sein das durch Adam verlorene Paradies, welches
Ich zuerst wiedergefunden und getreulich aufbewahrt habe für sie zu einer
ewigen Wohnung. [HGt.01_012,09] Aus dem Grunde auch habe Ich euch schon
ganz umständlich bis in die kleinsten Teile gezeigt Meine große
Haushaltung von Ewigkeit her und habe euch gezeigt die Schöpfung vom
Ersten bis zum Letzten und zeigte euch den ersten Menschen in seiner ersten
Entstehung, will euch noch fürder ihn zeigen bis zu seinem Ende und will
euch zeigen die große Hure und das zerstörte Babylon und euch dann
führen in Meine große heilige Stadt und euch darinnen geben eine
bleibende Wohnung ewiglich, so ihr Mich liebet, wie Ich euch liebe, über
alles! [HGt.01_012,10] Siehe an die Himmel und siehe an die Erde! Diese
werden einst vergehen körperlich und werden nur bestehen geistig; aber
jegliches Meiner Worte, das gesprochen wird zu euch, wird bestehen, wie es aus
Meinem Munde kommt, körperlich und geistig in aller Macht und aller Kraft
der Heiligkeit, ewig, ewig, ewig, amen!
...
69.
Kapitel Seths Trostrede
...
[HGt.01_069,03]
Und alsobald erhob sich Seth und fing an, folgende sehr denkwürdige Rede
an sie zu halten, sagend nämlich: Höret, Kinder, die ihr da vor
unseren Augen und Ohren weinet gerechter Reue Tränen! Unser Gott und
heiliger Vater ist zwar ein allergerechtester Herr, aber auch ein aller Liebe
vollster Vater voll Erbarmung. Denket, daß wir keine Handlung begehen
können, die Gott als Gott kümmern und zuwider sein könnte; denn
welcher Unterschied wäre im Grunde, ein Sonnenstäubchen oder eine
Welt zu zerstören?! [HGt.01_069,04] In Beziehung auf Gott ist sowohl
eines wie das andere ein pures Nichts, wie auch wir alle zusammen nichts
sind gegen Ihn. Wie aber könnte oder möchte das Nichts etwas begehen
an dem Nichts, das da etwas wäre im Anbetrachte gegen Gott,
[HGt.01_069,05] ingleichen es auch uns nicht kümmert, was die fast
gänzlich unsichtbaren Tierchen unter einem modernden kleinsten
Blättchen, das ein leiser Hauch dem Moose entführte und mit einem
daranhängenden Tautröpfchen ins Meer fallen ließ, machen!
Jedoch ist dieser Vergleich fast eben gar kein Vergleich gegenüber dem,
wie unendlichmal viel weniger eine ganze Welt samt uns gegen Gott ist. Und so
sind wir und all unser Tun und Lassen soviel wie gar nichts gegen Gott.
[HGt.01_069,06] Aber höret! Eben dieser Gott hat denn eines, das Ihn
gar sehr kümmert, und dieses eine ist eben Seine eigene, ewige Liebe
selbst, durch welche wir und alle Dinge unsertwegen entstanden
sind. Durch und in dieser Liebe ist Gott unser Vater und wir Seine Kinder. In
dieser Seiner Liebe kümmert Ihn das Unbedeutendste wie das
Allergrößte in gleicher Sorgfalt; und so gibt sich auch mit dieser
Liebsorge in allen Dingen Seine unverkennbare Göttlichkeit und
väterliche Liebe kund. [HGt.01_069,07] Der Liebe Gottes ist es demnach
auch nicht einerlei, wie wir handeln, ob so oder so. Wenn wir die Liebe zwar
für selbständig betrachten, so ist auch diese so beschaffen,
daß sie blind ist gegen alle Handlungen ihrer Kinder gleich einer
zärtlichsten Mutter gegen ihren Säugling; allein, es wäre aber
Gott ohne Liebe kein Gott, und die Liebe ohne Gott wäre keine Liebe. Und
so sind Gott und Seine Liebe ein Wesen und ist Gott mächtig in Seiner
Liebe und die Liebe heilig durch Gott. Und dieser also einige Gott ist samt und
sämtlich unser liebevollster, heiligster Vater, wie wir nach Seinem
Ebenbilde vollkommen Seine Kinder sind, da auch wir ein Herz und in ihm einen
Geist der Liebe haben, wie in unserm ganzen Wesen eine lebendige Seele voll
Verstand, daß auch da der Verstand ist gleich dem Wesen Gottes für
sich und die Liebe des Geistes im Herzen mit ihrem freien Wollen gleich der
Liebe in Gott. Und wenn aus der Seele und aus dem Geiste ein Wesen wird durch
das freie Wollen, so sind dann auch wir vollkommen Gott in allem ähnlich
und somit erst Seine Kinder. [HGt.01_069,08] Wie aber Gott für uns in
der Liebe nur Gott ist und unser aller liebevollster, heiliger Vater, so
können auch wir nur in der Liebe Seine Kinder werden. Die Vereinigung
Gottes mit Seiner Liebe ist aber gleich dem Gehorsame. Wenn wir nun in unserm
fürwitzigen Verstande gehorchen den empfundenen Anforderungen des Geistes
und vereinen somit das Licht mit der Liebe, so werden wir dadurch Kinder der
Liebe voll Weisheit, voll Wohlgefallen Gottes und Kinder voll des ewigen
Lebens. [HGt.01_069,09] Nun sehet also, liebe Kinder: Da ihr im
Fürwitze des Verstandes ungetreu geworden seid eurer innersten Liebe aus
Gott in euch, so wurdet ihr ungehorsam in eurer Seele wie eurem Heiligtume, so
auch der Liebe in Gott. Eure Liebe hat sich dann zurückgezogen; ihr lebtet
nur in eurer Seele, nach äußerer Ausdehnung (wenn's möglich
wäre ins Unendliche) strebend. Nun urteilet selbst und saget, was da
fester sei: ein sich nach allen Seiten ausdehnender Nebel, wenn auch seine
flüchtige Größe ganze Weltgegenden umhüllt, oder ein
kleines, rundes, gleich einem Tautropfen durchsichtiges Steinchen! Sehet, darin
auch liegt der Grund eurer Furcht und der Grund eurer Blindheit! ...
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