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Die
Haushaltung Gottes, Leseprobe, Seite 6
[HGt.01_009,22]
Und siehe, da erlosch auf einmal all das Feuer auf der Erde und in allen den
Schöpfungsräumen! Und die Trümmer der zerstörten Sonnen,
Erden und Monde wurden wieder zusammengefügt durch die Macht und Kraft der
von der Gottheit erhörten Liebe und ordneten sich wieder, wie sie geordnet
waren im Anfange ihrer Entstehung; sie behielten aber zu ewigen Zeichen die
unvertilgbaren Spuren ihrer damaligen gänzlichen Zerstörung gleich
den Wundmalen der ewigen Liebe, die später in der großen Zeit der
Zeiten für alle am Kreuze blutete. [HGt.01_009,23] Und es blieben auch
noch hier und da anderweltliche Trümmer liegen auf der Oberfläche, in
den Tiefen und den Meeren der Erde zu Zeichen der Macht und Kraft Gottes und
zugleich aber auch als sprechende Zeugen der übergroßen Taten der
erbarmenden Liebe. [HGt.01_009,24] Und siehe und höre weiter und
verstehe es wohl, was nun ferner geschah: Als nun die ewige Liebe die
Anforderungen annahm und dadurch schon im voraus der großen Heiligkeit
Gottes Genüge tat, da ließ die Gottheit in sanfterem Rauschen und
Wehen, abermals nur der Liebe verständlich, Ihren heiligen Willen
vernehmen und sprach in der Rede voll sanften Tones, wie folgt:
[HGt.01_009,25] Siehe, Deine große Barmherzigkeit ist in Mir
aufgestiegen und ist getreten vor Meine allsehenden Augen, und Ich habe erkannt
in der Ruhe Meiner Heiligkeit Deine große Aufrichtigkeit und ewige Treue
und habe gezählt die Reuetropfen Adams und die Trauertropfen Evas und bin
mitleidig geworden durch Deine große Erbarmung durch und durch.
[HGt.01_009,26] Und siehe, daher will Ich Meine Gerichte zurückziehen
in dieser Zeit und nach Deinem Verlangen Gnade für Recht ausströmen
lassen in großer Fülle und will den Schaden, welchen Meine Gerichte
angerichtet haben, wieder gutmachen. Und außer Mir kann niemand etwas
gutmachen denn Ich allein, da niemand gut ist denn Ich, der heilige Vater; denn
das sei Mein Name fürder ewiglich. Und Du, Meine Liebe, bist Mein Sohn;
und die Heiligkeit als das mächtig allwirkende Band der Kraft zwischen Uns
und zwischen allem, was von Uns ausgegangen ist, sei der heilige Geist, der
erfüllen soll alle Räume der Räume und alle Unendlichkeiten der
Unendlichkeiten in alle Ewigkeiten der Ewigkeiten, amen. Und das sagt nun der
gute, heilige Vater. Amen. [HGt.01_009,27] Und nun sage Du, Mein geliebter
Sohn, auch dem reuigen und trauernden Paare und grabe ihnen das Gesagte
tief in ihre Herzen , daß sie die Gebote der Liebe und der
Erbarmung bis an ihr Lebensende halten sollen unverbrüchlich, und Ich will
ihnen dann einen Mittler zwischen Mir und ihnen zur Zeit, die Ich bestimmt
habe, senden, zu tilgen die große Schuld und zu erleichtern die
große, schwere Last ihres Ungehorsams. [HGt.01_009,28] Bis dahin aber
sollen sie verharren in aller Geduld und Sanftmut, und das Brot, das Ich ihnen
derzeit nur kärglich geben will, sollen sie dankbar im Schweiße
ihres Angesichtes genießen und sollen nicht satt werden bis zur Zeit des
Mittlers, den Ich erwecken werde aus ihrer Mitte vollkommen und gut, wie Wir
vollkommen und gut und heilig sind ewig. [HGt.01_009,29] Und sage ihnen
noch hinzu, daß Ich Meine Gerichte nur eingestellt habe für jene,
die Meine strengen Gebote halten werden pünktlich; den Übertretern
aber seien sie für alle Ewigkeiten in aller Strenge der ewig heiligen
Wahrheit angedroht in der genauesten Erfüllung bei der geringsten
Übertretung! [HGt.01_009,30] Das spricht der heilige und alleinig gute
Vater durch Seinen Sohn, der die ewige Liebe in Ihm ist, und durch den heiligen
Geist als der wirkenden Gnade aus Uns Beiden zur einstigen Vergebung der
Sünde, welche nun ihre Leiber mühselig machen und dann aber allezeit
töten soll zeitlich zur Erlangung des Lebens nach dem Tode des Leibes nach
der Zeit des versprochenen Mittlers. [HGt.01_009,31] Das sagt der alleinig
heilige und alleinig gute Vater. Amen, amen, amen.
10.
Kapitel Die Versöhnung des Herrn
[HGt.01_010,01]
Und siehe und höre und begreife und verstehe wohl, was da die ewige Liebe
sprach und tat. Als der gute, heilige Vater vollendet hatte die Rede
großen Ernstes, verkündend Gnade für Recht und androhend das
Gericht den Übertretern des Gesetzes der übergroßen Gnade und
den Tod der Sünde gebend, da ward gerührt die ewige Liebe bis in die
innerste Tiefe Ihres erbarmenden Herzens und weinte zum zweiten Male
Tränen des Mitleids und Tränen der innigsten Freude und seligsten
Wonne über die große, schonende Gnade des so überguten und
überheiligen Vaters und sprach in der tiefsten Ergriffenheit Ihres ganzen
Wesens zum Adam und zur Eva: [HGt.01_010,02] Du, Adam, du hast jetzt
gesehen die fürchterlichen Gerichte Gottes vor deinen Augen
vorüberziehen, und die Eva sah und empfand sie durch dich; nun aber will
Ich auch ihr die Augen und die Ohren öffnen, und sie wie auch alle,
die aus ihr hervorgehen werden nach der Zahl der Sterne am Himmel und nach der
Zahl des Grases auf der Erde und nach der Zahl des Sandes im Meere, welche
unendlich ist soll in aller Zukunft mit eigenen Augen sehen und mit offenen
Ohren hören, was die Gottheit tat in Ihrem richtenden Grimme und was
darauf die ewige Liebe tat in Ihrer unbegrenzten Erbarmung. [HGt.01_010,03]
Und das Gesetz habe Ich dir in dein Herz gegraben, wie du es auch in das Herz
der Eva graben sollst; und zum Zeichen, das euch und alle, die euch folgen
werden, mahnen soll der Gerichte Gottes ob eurer Sünde, will Ich hie und
da lassen Berge entstehen, die da brennen sollen abwechselnd bis ans Ende der
Zeiten, und will euch hinterlassen den Blitz, der euch mahnen soll der
einstigen Zerstörung, und den allezeit folgenden Donner, der euch allezeit
stark verkünden soll den Namen des großen und starken Gottes, wenn
ihr je Seiner vergessen solltet oder könntet. [HGt.01_010,04] Und die
Tränen des Mitleides und die der großen Gnadenfreude aus dem
heiligen Vater habe Ich hingestellt zum ewigen Zeichen als eine neue
Schöpfung um den weiten Raum des Himmels, und sie sollen euch leuchten in
jeder Nacht der Erde und sollen euch erquicken in der Dämmerung des Lebens
und sollen euch verkünden den werdenden Tag. [HGt.01_010,05] Und nun
sehet empor zum Himmel; sie leuchten in mannigfaltiger Ordnung und in
mannigfaltiger Pracht, die rötlichen Lichtes zum Zeichen Meines Mitleids,
und die weißen Lichtes zum Zeichen der Freude ob der großen Gnade
des überheiligen und überguten Vaters. Und derjenige
weißschimmernde breite Streif über den Sternen des Mitleids und der
Freude, bestehend ebenfalls aus Sternen der Vorzeit durch die Träne der
Sich damals schon der gefallenen Geister erbarmenden Liebe, welcher mitten
durch des Himmels weiten Raum gezogen ist, diene euch zum Zeichen des ewigen,
heiligen Bundes zwischen der ewigen Liebe, die euch und alles, was da ist,
werden hieß, und zwischen der alles nach Ihrer ewigen Heiligkeit
richtenden Gottheit. [HGt.01_010,06] Und nun siehe her, du Adam, und du
auch, Eva, in Mein linkes Auge, das über Meinem Herzen eurem rechten Auge
gegenüber mild und gnädig euch entgegenstrahlt, sehet, noch
eine Träne hängt an der Wimper desselben, und sehet, diese Träne
ist größer denn alle, die schon aus diesen Augen für euch
geflossen sind! [HGt.01_010,07] Da, wo das große Band am weiten
Himmel geteilt erscheint, dorthin blicket gerne und seid allezeit dankbar und
tief gerührt, sooft ihr dorthin blicken werdet; denn diese Stelle soll
euch und auch der ganzen Schöpfung zum ewig bleibenden Zeichen eures
Treubruches mit Mir und Meines damaligen Bruches mit der Heiligkeit Gottes aus
Barmherzigkeit mit euch dienen, und das Band soll euch an der Stelle, wo es
wieder wie angeknüpft erscheint, erinnern an die große Vermittlung
der ewigen Liebe, die Ich bin von Ewigkeit her, zwischen der unantastbaren
Heiligkeit Gottes und zwischen euch, die ihr treulos gesündigt habt vor
dem Angesichte Seiner unbegrenzten Heiligkeit. [HGt.01_010,08] Und nun
sehet, dorther ist diese Träne, und dort ist der Ort ihrer Entstehung!
[HGt.01_010,09] Und diese Träne wird euch und euren Nachkommen einst
aufgehen als ein schöner Morgenstern, welcher erleuchten wird alle
Völker der Erde, die euch in den Zeiten der Zeiten folgen werden in euren
reuigen und trauernden Fußstapfen, und wird noch zuvor waschen die Erde
vom stinkenden Schlamme der Sünde und wird reinigen eure Tränen und
Zähren der Reue und der Trauer vom Unrate der Schlange.
[HGt.01_010,10] Und nun sehet noch einmal her: Diese Träne will Ich
fallen lassen auf eine noch weiße Blume dieses Strauches zwischen den
zwei schon befruchteten Blumen Evas, und aus ihr soll einst emporblühen
ein reines Weib, die der Schlange den Kopf zertreten soll. Und die Schlange
wird sie zwar auch in die Ferse beißen, aber das Gift wird ihr nicht
schaden; und aus ihr wird hervorgehen, das vor euch jetzt ist, ein schöner
Morgenstern allen Völkern der Erde, die eines guten Willens sind, und das
ewige Gericht allen widerspenstigen Kindern der Schlange! [HGt.01_010,11]
Und die Geister aus dem Schoße der Heiligkeit des Vaters werden zur Erde
herabkommen körperlich und werden euren Kindern verkündigen die
große Zeit und die Art der Ankunft Dessen, der jetzt vor euch steht, und
den ihr jetzt noch höret und sehet und fürder nicht mehr hören
und sehen werdet bis zur versprochenen Ankunft nach der Verheißung des
heiligen Vaters durch Mich als die ewige Liebe in Ihm. [HGt.01_010,12] Und
nun habet ihr alles vernommen, was euch zu wissen nötig ist zum Empfange
Meines Segens! [HGt.01_010,13] Und so seid denn gesegnet von der Hand der
Macht und von der Hand der Kraft der ewigen Liebe des heiligen Vaters und der
Kraft des Geistes, die heilig ist aus Uns beiden, und befruchtet und mehret
euch und erfüllet die Erde mit der lebendigen Frucht dieses Segens!
[HGt.01_010,14] Und allezeit, sooft ihr euch nahen werdet dieses Segens
wegen, so opfert Mir zuvor eure Herzen! So ihr dieses unterlassen werdet, so
wird die Schlange, die noch lebt und auch leben wird ewiglich im Grimme der
Gottheit, die Frucht in euch verderben, und du, Eva, und alle deines
Geschlechtes werden statt einer Frucht des Segens eine Frucht des Verderbens
zur Welt bringen. Und diese werden zugrunde richten die Kinder des Segens und
Lichtes in großer Anzahl, und ihres Tobens und Wütens wird kein Ende
sein; und so werdet ihr die Sünde als Erbe an alle übergehen lassen,
und eure Schuld wird sichtbar werden bis zur großen Zeit der Zeiten und
auch nach derselben. [HGt.01_010,15] Und dieses Meines Gnadensegens Opfer
eurer Herzen sei euch gegeben als ein heiliger Dienst, den zu verrichten ihr
Mir allezeit schuldig seid, sooft ihr euch nähert dieses Meines Segens
willen. Dieses neue und leichte Gebot, das ihr soeben empfangen habt aus Meinem
Munde, sei die erste Kirche, die Ich gründe vor euch zu Meinem
Gedächtnisse, und erinnere euch an die Taten der erbarmenden Liebe dankbar
und führe euch zur heiligen Furcht Gottes zurück! [HGt.01_010,16]
Einen sündenlosen Geist als Boten will Ich euch senden von oben mit einem
Flammenschwerte in der Hand, damit er euch führe und zeige die ganze Erde
von einem Ende derselben bis zum andern; und er wird euch erleuchten die
Irrsale der Welt und euch aber auch züchtigen, so ihr abweichen werdet von
Meinen Wegen. [HGt.01_010,17] Dieses alles sagt die ewige Liebe zu euch im
Namen des heiligen Vaters, amen.
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