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Die
Haushaltung Gottes, Leseprobe, Seite 3
6.
Kapitel Die Entsprechung der Gestirne
[HGt.01_006,01]
Nun aber erhebe deinen Blick von der Erde zur Sonne, welche ist ein getreues
Bild der Wiedergeborenen! Siehe genau, und du wirst bald gewahr werden,
daß sich manchmal Flecken an ihrem Gürtel befinden. Siehe, der Natur
nach, wie ihr sagt, sind das Ausbrüche von innen heraus gleich den
Feuerspeiern der Erde und sind entsprechende Ausbrüche des Grimmes der
Gottheit und kleine Spuren von seiner alles zerstörenden Macht, welche
sich der Natur der Welt nach allezeit durch große oder kleine Ungewitter,
je nach der Größe der Flecken, auf den Erden teilweise zu erkennen
gibt; jedoch wird die Liebe da allezeit um so tätiger und sänftet
alles wieder mit dem Wasser der Erbarmung und auf der Sonne mit großen
Stromfluten aus dem uferlosen Meere Ihrer erbarmenden Gnade. Und siehe, so wird
alles wieder in die größte Ordnung gebracht, und außer dieser
Ordnung, in der Ich die ewige Liebe Selbst bin von Ewigkeit der Ewigkeiten her,
und aus welcher und in welcher alles, was ist, gemacht wurde, kann nichts
bestehen noch entstehen; und wer aus dieser Ordnung seiner Freiheit nach tritt,
der handelt wider die Liebe und wider das Leben und wird zugrunde gehen
ewiglich. [HGt.01_006,02] Nun hast du die Sonne geschaut und sie begriffen
nach der Natur, die einfach ist und sein muß, damit sie bestehen kann
für den Zweck, für den sie da ist und da sein muß aus der
Ordnung der Liebe. [HGt.01_006,03] So ziehe dann deine Augen ab zu der
Wiedergeburt des Geistes, und zum Volke Gottes, und zum Gesetze der Liebe, und
zum Leben der Freiheit im Lichte der Gnade aus den Gewässern der
Erbarmung, und die Sonne wird enthüllt vor deinen Augen schweben, und
keine Falte in derselben soll dir verborgen bleiben! [HGt.01_006,04] Aber
siehe, auch die Sonne hat ebenfalls ihre Pole, aus denen all ihr Licht und ihre
Wärme aus dem Zentrum der Ruhe der Gnade sich über ihren ganzen
Umfang ergießt; und hätte sie die Polruhe nicht, so hätte sie
auch kein Licht. Denn siehe, die Ruhe ist zur Aufnahme des Lichtes und der
Wärme unumgänglich nötig und muß gleich sein der Ruhe der
Liebe in Gott; nur aus Ruhe kommt die Empfänglichkeit fürs Leben und
Licht. [HGt.01_006,05] Und siehe, wenn die Luft ruhig ist, so ist es auch
rein und heiter auf der Erde; wehen aber heftige Winde nach verschiedenen
Richtungen, so kommen bald schwarze Wolken und verdunkeln das Licht.
[HGt.01_006,06] Eure Begierden sind gleich den Winden, durch welche ihr von
Sorgen aller Art umgeben werdet, welche das Licht der Gnade in euch zu
fließen verhindern gleich den Wolken, welche von Winden herbeigetrieben
werden und die Strahlen der Sonne hindern, auf die Erde zu fallen.
[HGt.01_006,07] Daher sollet ihr euch gar nicht sorgen, sondern alle eure
Begierden und daraus entstehenden Sorgen sollet ihr auf Mich richten und Mir
übertragen, damit ihr Ruhe habt und Ich beständig in euch
fließen kann. [HGt.01_006,08] Und siehe, wie die Erde sich dreht um
ihre Polruhe aus Meiner Ordnung regelmäßig, welche die Macht Meiner
Liebe bewirkt, damit keine Seite unbeleuchtet bleibe, so sollen auch alle eure
Handlungen hervorgehen aus Meiner Liebe, die in euch ist ursprünglich und
nachträglich nach eurer Fähigkeit durch das gegebene Wort der ewigen
Liebe im Gesetze der Gnade und der Erbarmung; und wie die Nacht die Erde
erquickt, wird euch die Liebe erquicken, und wie der Tag der Erde werdet ihr
erleuchtet sein durch das Licht aus der Sonne der Gnade. [HGt.01_006,09] Ihr
sollet sein gleich dem Winter, der kalt ist in der Ruhe, dadurch aber auch am
meisten fähig zur Aufnahme der Wärme bis in die tiefsten Tiefen der
Erde. Und bei dem der Winter eingetroffen ist, bei dem wird auch der
Frühling eintreffen, wie er ist gleich dem ersten Leben der Liebe in euch,
und wird eintreffen der Sommer in vollster Tatkraft aus dem Leben der Liebe,
die in euch ist stark geworden durch die Gnade, und wird eintreffen der ruhige
Herbst mit den Früchten der Werke der Liebe und der Gnade, in welcher ihr
dann ganz als Neugeborene in das Leben der Sonne eingehen werdet, zu schauen
das Angesicht eures heiligen Vaters und zu leuchten gleich ihr aller Welt durch
die große Kraft der Gnade, der Liebe und der Erbarmung eures überaus
guten, heiligen Vaters. [HGt.01_006,10] Aber wer nicht ist gleich dem Monde
und nicht wird gleich der Erde, kann auch nicht werden gleich der Sonne,
sondern er ist gleich einem Kometen, der keine Festigkeit hat, auch nicht im
geringsten, und all sein Wesen ist ein gestohlenes aus den
Gnadenausflüssen der Sonnen, und seine Bahn ist eine unordentliche wie die
Wege der Diebe und Räuber, und er wird getrieben von der Furcht des
Lichtes von einer Weltentiefe in die andere und wird nie mehr finden eine Ruhe
in Ewigkeit; und das Licht wird ihn verfolgen auf allen seinen Wegen und
erleuchten seine Nichtigkeit. [HGt.01_006,11] Und es wird ihm endlich noch
ergehen wie den Sternschnuppen, die aus der Gnade geworfen und verstoßen
werden ihrer Nichtigkeit wegen und verzehrt werden durch den Raub der Gnade;
denn das gestohlene Licht wird sie vernichten ewiglich, und sie werden
fürder nicht mehr sein, gleich den Früchten der Bäume, die zu
früh ans Licht sprossen, bevor sie noch die Liebe gefestet hat; und da sie
keine Festigkeit haben, weil zu wenig Verbindung der Liebe, so werden sie
schwächer und schwächer, fallen dann vom Baume und werden zertreten
und zugrunde gerichtet. [HGt.01_006,12] Nun siehe, hier hast du die Sonnen,
Erden, Monde, Kometen und die Sternschnuppen ihrem ganzen Wesen nach und ihrer
ganzen Bedeutung nach und so auch alles und jedes einzelne der Teile vom
größten bis zum kleinsten enthüllt vor dir! [HGt.01_006,13]
Der Geist der Liebe und Gnade ist in euch und ist in aller Weisheit. Wer ihn
hört, der wird alles ergründen in der Tiefe der Tiefen; und er wird
erforschen die Toten, und sie werden ihm antworten, und er wird durchschauen
die Lebendigen, und ihre Liebe wird ihn erquicken und ihr Licht ihn
ergötzen; und er wird sein Ohr legen auf die Erde, und das Gras wird ihm
erzählen die Geheimnisse der Liebe, und das Erdreich wird ihm
enthüllen seine Tiefen, und die Berge werden horchen seiner Stimme, und
der Ton seiner Rede wird durchdringen das Mark der Erde; und so er schauen wird
das Meer, so werden seiner Augen Strahlen durchleuchten alle Tropfen desselben
und durchdringen jegliches Sandkörnchen; und die Geister, so darinnen noch
im Gerichte harren, werden dem Lichte seiner Augen zuströmen, gleichwie
die Fische und das Gewürm des Meeres und der Gewässer zur Nachtzeit
einer über die Oberfläche gehaltenen Fackel, und werden sich fangen
lassen für die Erlösung aus den Kerkern der ewigen Nacht und werden
erkennen die Liebe und ihren Durst stillen aus den Gewässern der Erbarmung
und emporwachsen zur Schwäche, zur Stärke und zur Kraft aus der Liebe
des Vaters und des Wortes, welches die Liebe ist im Vater, und des Geistes,
welcher die Kraft ist in beiden. [HGt.01_006,14] Und siehe, dieses alles
und noch vieles andere mehr wird euch Mein Geist lehren, so ihr Seine Stimme
höret! Aber Seine Stimme ist nicht laut, sondern sehr stille, aber
eben darum alles durchdringend wie die Wärme der Liebe, und wie das Licht
der Gnade, und wie die Kraft der erbarmenden Liebe eures heiligen Vaters.
7.
Kapitel Die Urzeit der Erde und des Mondes. Die Erschaffung Adams
und Evas
[HGt.01_007,01]
Nun siehe, Ich will euch zeigen die organische Schöpfung vom Ersten bis
zum Letzten und vom Kleinsten bis zum Größten, wie Ich es gemacht
habe aus Meiner Liebe und aus Meiner Weisheit und aus der ewigen Ordnung aus
beiden heraus, welches ist das Wort der ewigen Macht und Kraft in der Tiefe der
Gottheit. Und siehe, es ist nichts in allen Räumen der Unendlichkeit,
weder Großes noch Kleines, was nicht durch dasselbe wäre gemacht
worden! [HGt.01_007,02] Und siehe und höre: So war nun die Erde da,
und war da der Mond, und war da die Sonne, und waren da die Sterne; aber die
Erde war noch nackt, und ihre Oberfläche war noch gleich der
Oberfläche des Meeres. Und über dem Gewässer lagen dichte Wolken
und reichten tief in die toten Räume der Welten hinein, und das Licht der
Sonne konnte nicht erleuchten den Tropfen der Erbarmung. Und der Mond war
bedeckt vom Dunste des Tropfens, und in diesem Dunste erst ward vollends
ausgeboren die Erde und ward genährt der Mond. Und die Sonne lag über
beiden mit den Strahlen ihres Lichtes aus der Wärme der Liebe in Gott, wie
eine Henne über ihren Küchlein, und machte reif die Erde und trennte
den Mond von der Brust seiner Mutter. [HGt.01_007,03] Da trennte sich das
große Gewölk und senkte sich zur Ruhe der Pole, und der Gürtel
der Erde ward frei, und die Sonne sah sich in den Gewässern, und die Erde
strahlte dankbar das empfangene Licht in den weiten Schoß der Sonne
zurück und sah mit weitgeöffneten Augen den Mond sich baden in den
Strahlenausflüssen der Gnade der ewigen Liebe aus der Sonne.
[HGt.01_007,04] Und siehe und höre weiter: Es war der Erde wohl; denn
sie ward erfüllt mit der Liebe der Erbarmung und sah ihren Liebling, den
Mond, munter um sich kreisen. Und die Liebe schwellte ihre weite Brust mit dem
Odem der Erbarmung, als wollte sie noch einmal dem Kinde ihre mit der
Gnadenmilch vollgefüllte Brust reichen; aber siehe, die Milch gerann durch
die Wärme der erbarmenden Liebe und wurde zum festen Lande und ragte
über die Meere. Und die Meere sanken zurück in die Tiefen und waren
gleich dem Wasser, das sich absondert bei der Gerinnung der Milch, zur
Besänftigung des innewohnenden Grimmes durch das Salz der Gnade durch die
Erbarmung der Liebe aus Gott in aller Kraft und Macht. [HGt.01_007,05] Und
siehe, da ward es ruhig auf der Erde und in allen Räumen der Unendlichkeit
Gottes, und die ewige Liebe senkte Sich zum ersten Male ganz zur Erde hinab und
hauchte in Ihrer Allmacht und Kraft über die Fläche der Erde hin, und
der Hauch war eine zahllose Fülle der Gedanken in lebendigen Formen aller
Art zur künftigen Erlösung der Verlorenen.
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