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Die
Haushaltung Gottes, Leseprobe, Seite 2
[HGt.01_005,22]
Und siehe, die Liebe wurde gerührt bis ins Innerste, und es floß die
erste Träne aus dem Auge der ewigen Liebe, und diese Träne floß
aus dem Herzen der Gottheit und hieß und heißt und wird ewig
heißen die Erbarmung. [HGt.01_005,23] Diese Träne ward zum
großen Gewässer, und das Gewässer ergoß sich in alle
Räume der Unendlichkeit und ergoß sich in die Tiefe der Tiefen des
Zornes der Gottheit und milderte das Feuer des Grimmes Gottes.
[HGt.01_005,24] Und siehe, der Geist Gottes in Seiner Kraft wehte sanft
über den Gewässern der Erbarmung, und die Gewässer teilten sich.
Und Gott sprach aus Seiner Liebe, und Seine Liebe war das Wort, und das Wort
stieg in die Tiefe der Tiefen und schwebte über den Gewässern, und
die Gewässer wurden geschieden wie Tautropfen und wurden verteilt in
groß und klein nach der Zahl der Verlorenen, die kein Ende hat, in alle
Räume der Unendlichkeit. [HGt.01_005,25] Und siehe, der letzte
Tropfen, der zurückblieb, der war der innerste der Gewässer und war
der innerste der Erbarmung; und der wurde nicht verteilt, sondern blieb, wo er
übrigblieb, und wurde bestimmt zum Mittelpunkte und zum Schauplatze der
größten der Taten der ewigen Liebe. [HGt.01_005,26] Und nun
siehe: Dieser letzte Tropfen ward geschaffen zur Erde, die du und deine
Brüder bewohnen! Und die anderen Tropfen wurden geschaffen zu Sonnen,
Erden und Monden aller Art, deren Zahl kein Ende hat; und siehe, so entstanden
der sichtbare Himmel mit seinen Sternen, der Sonne, dem Monde und die sichtbare
Erde mit den Meeren und festem Lande! [HGt.01_005,27] Und nun siehe und
hebe deine Augen empor, und du wirst die Wunder der ewigen Liebe begreifen! Du
siehst allezeit den Glanz der Sonne, das Licht des Mondes und den Schimmer und
das Geflimmer der Sterne in ihren mannigfaltigsten Stellungen, die ihr
Sternbilder nennet; du siehst auch die verschiedenartigsten Formationen in
allen drei Reichen der naturmäßigen Erde; allein bis jetzt hat es
noch niemand ergründet und recht begriffen, was und woher der Glanz der
Sonne, und wie ihr dieser erteilt wurde, und das Leuchten des Mondes, und der
Schimmer der Sterne und ihr Geflimmer und ihre mannigfaltigsten Stellungen, und
all das Gebilde der Erde. [HGt.01_005,28] Denn siehe, Meine Kinder
müssen in alles eingeweiht werden, was ihr heiliger, liebevollster Vater
all für schöne Sachen hat zum Verschenken an Seine Kinder, die Ihn
erkennen und über alles ganz allein lieben und sich untereinander aus
Liebe ihres Vaters wegen. [HGt.01_005,29] Nun siehe: Als alle die Sonnen
mit ihren Erden durch die Macht der erbarmenden Liebe des ewigen und
unendlichen Gottes wurden, da hatten sie noch keinen Glanz, kein Leuchten,
keinen Schimmer und kein Geflimmer, denn es war noch große Nacht auf den
gewordenen Sonnen und Erden und Monden; aber ins Zentrum der Sonnen senkte die
ewige Liebe einen kleinen Funken Ihrer Gnade und dieser Funke durchglänzte
schneller denn ein großer Blitz die finsteren Massen, und siehe, sie
leuchteten den Erden, und mit großem Glanze, wie sie noch leuchten zur
Stunde und leuchten werden, solange der Gnadenfunke ihnen nicht genommen wird.
[HGt.01_005,30] Und siehe, da erglänzten auch die Erden und Monde und
wurden verteilt zu den Sonnen in gerechter Anzahl, und die Liebe hauchte sie an
durch die Kraft und Macht der Gottheit, und siehe, das Licht zitterte auf den
Sonnen, die Meere der Erden wogten und wirbelten in ihren Fluten, und die
Lüfte und Winde schwammen und wehten über die Erden gleich dem Geiste
Gottes über den Gewässern der Erbarmung! Und die Monde erhoben sich
mächtig über ihre Erden, denen sie gegeben waren wie eine Frucht dem
Baume, und fingen an, um dieselben zu kreisen in weiten Kreisen als stete
Begleiter ihrer Entstehungen; und wo deren viele waren, wurden sie in feste
Kreise vereinigt zum Zeichen der Liebe der Kinder, die unverwandt das Angesicht
ihres Vaters schauen sollen wie die Monde ihre Erden, damit sie ihrer lockeren
Beschaffenheit wegen nicht aus ihren Kreisen gerissen und zerstört
würden. [HGt.01_005,31] Denn siehe, die Monde sind nicht fest, sondern
sehr locker und sind gleich dem Schaume des Meeres, wenn er fester und
gediegener wird, und sind kahl und ohne Wasser; und die Luft der Erde ist da
wie das Wasser der Erden und die Luft gleich dem Äther zwischen Sonnen und
Erden. Und sie sind bestimmt, die Weltsüchtigen aufzunehmen, und zu fassen
die Geister der Materie, und zu prüfen ihre Beständigkeit und sie
reif zu machen zum Empfange der Gnade. [HGt.01_005,32] Und das Feste der
Erden ist der durch die Erbarmung gesänftete Zornteil der Gottheit und
umschließt mit festen Banden der Verirrten Geister bis zur bestimmten
Zeit ihrer unbewußten Entbindung, wo sie dann in eine zartere, aber doch
immer für sie genug feste Materie, und zwar einzeln gebunden, gegeben
werden, aus welcher sie erst dann durch die ewige Liebe wieder erweckt
hervorgehen können; und die Meere und Gewässer sind ihrer voll, damit
sie gedemütigt würden, und die Luft ist ihrer voll, damit sie
geläutert würden. Und die ewige Liebe ist in allem die Form; aber der
Zorn der Gottheit ist nur gedämpft auf der Erde, aber deswegen nicht
aufgehoben. [HGt.01_005,33] Dieses aber merke dir ganz besonders: In der
Mitte der Sonne ruht der Gnadenfunke und gibt durch das Zornfeuer der Gottheit
das Licht der Welt. In der Mitte der Erde aber befindet sich ein Zornfunke des
Grimmes Gottes gleich einem Feuerdrachen und hält die bösen Rotten
gefestet wie Steine, welche erst durch das Wasser der Erbarmung müssen
erweicht werden, so einer wieder zu einer zweiten Probe für Freiheit und
ewiges Leben soll entbunden werden. Und nun begreife das Geheimnis deines
Wesens und staune über die große Liebe der ewigen Macht, wie oft Sie
dich schon hat von neuem geboren werden lassen, um dich, der verloren war,
fürs ewige Leben, für die Freiheit, fürs Gesetz, für die
Liebe und fürs Licht und für die Anschauung Ihres Angesichtes wieder
zu gewinnen; und siehe, dieses alles will Ich dir und dadurch auch vielen
andern bekannt und zu erkennen geben, damit ihr doch endlich einmal einsehen
möchtet, wie überaus gut die ewige Liebe sein muß, da Sie so
unermüdet und so Vieles, so Großes und so Wunderbares für euch
Ungehorsame tut und duldet! [HGt.01_005,34] Siehe, so ist die Bewegung den
Erden gegeben worden um ihre Sonnen und um ihre Mitte durch den Anhauch der
Erbarmung der Liebe, zum Zeichen, daß die Kinder all ihr Tun sollen
einrichten nach der Bewegung der Erden um die Sonnen und der Monde um die
Erden, und es sollen sein die Schwachen wie die Monde, und sollen sein die
Starken wie die Erde, und sollen sein die Wiedergeborenen wie die Sonne. Und
sollen schauen die Schwachen die Stärke der Liebe, die sie nie fallen
läßt, wenn sie wie die Monde sich unverwandt nach dem Angesichte der
Liebe richten und so dieselbe nach allen Seiten umkreisen in kleineren Kreisen,
aber doch durch die Kraft derselben ebenfalls in den großen Kreis
mitgezogen werden; und sollen sein die Starken gleich der Erde,
selbsttätig sich wendend, um sich zum Empfange des Lichtes und der
Wärme aus der Gnade der Liebe, welche erleuchtet und erwärmend belebt
durch die Kraft, die in ihr ist, beständig bereitzuhalten, damit sie
Früchte bringen möchten aller Art aus den Werken der Liebe, an
welchen sich sättigen möchten die Schwachen und erquicken
möchten die Eingeborenen und ergötzen möchten die Neugeborenen;
und die Neugeborenen aus den Gewässern der erbarmenden Liebe, in denen die
Gnade ist vollkommen, sollen sein gleich der Sonne, und ihr Licht soll leuchten
allerorten, und ihre Wärme soll beleben die Schwachen und soll befruchten
die Starken zur Nahrung der Schwachen, damit eine Gemeinschaft sei unter den
Kindern eines und desselben Vaters. [HGt.01_005,35] Und siehe, noch tiefer
sollst du blicken, wie und warum Ich alles so bereitet habe! Siehe, der Mond
hat Flecken und viel dunkle Stellen, und die Erde hat kalte aber feste Pole,
und hat hohe Berge und hat niedere Täler, und hat Quellen, Bäche,
Flüsse, Ströme, Seen und kleine und große Meere; und die Sonne
hat Flecken, große und kleine. Nun sieh, dieses alles sind Wirkungen der
Liebe und der Gnade, oder der entsprechenden Wärme und des Lichtes,
welches alles die ewige Liebe und die Macht der Gottheit durch Sie ist. Daher
siehe die Schwachen und den Mond, wie sie sich gleichen, und dir wird sein
Wesen aufgeschlossen; betrachte die Starken nach allem ihrem Tun, und vor
deinen Augen wird die Erde enthüllt liegen; und von einem Pole bis zum
andern Pole muß die starre Ruhe des Geistes in der Liebe zur Liebe
dasein, damit sich alles, das den Geist umgibt, in einer steten Ordnung bewegen
und dadurch für den gemeinsamen Zweck der ewigen Erhaltung tätig sein
kann. Denn siehe, von der Ruhe hängt alles ab; ohne diese kann nichts
erreicht werden, und wer nicht ist wie die Pole der Erde, der durchdringt nicht
sein Innerstes, wie die Linie zwischen den Polen das Zentrum der Erde. Und eure
Liebe muß kalt sein wie das Eis der Pole, damit ihr fähig seid, alle
Wärme der göttlichen Liebe aufzunehmen. Denn siehe, was warm ist, ist
nicht geschickt zur Aufnahme der Wärme; aber was kalt ist in seiner Ruhe,
das ist fähig, die Wärme aufzunehmen in der Fülle und
ausströmen zu lassen in alle Teile des Lebens. Denn siehe, wer die
Wärme aufnimmt, welche die Liebe Gottes ist, behält sie in sich fest
und läßt sie nicht weiterströmen, der ist ein Geiziger und wird
aufgelöst in sich und wird sich zerstören wie das Eis am Feuer; wer
aber sie empfängt wie die Pole und gibt sie alsogleich wieder an alle, die
um ihn sind nahe und ferne, bei dem ist die göttliche Liebe am rechten
Platze und entspricht ganz dem Willen des großen und heiligen Gebers.
[HGt.01_005,36] Diese Liebe wird viele Früchte bringen und wird sich
aufschwingen zum Lichte der Gnade und wird schauen unverwandten Blickes die
unermeßlichen Tiefen der Gottheit gleich den Polen, welche in die
unendlichen Räume der Schöpfungen der Liebe Gottes hinausblicken, und
mit weitgeöffneten Augen die sanften Strahlen aus der
Unermeßlichkeit aller unendlichen Räume, in welchen zahllos die
Wesen der Erbarmung kreisen, jegliches nach seiner Art, in sich saugen und
dadurch vor Entzückung und Wonne in ihrer Liebe zur Liebe und für die
Liebe sich entzünden und gleich einer Sonne selbstleuchtend werden gleich
dem Lichte der Pole der Erde. [HGt.01_005,37] Daher, wer beständig
bleibt in der Mitte der Liebe der Erkenntnis, was die Gnade ist, dessen Lenden
werden glühen vor Liebe aus Gott wie der Gürtel der Erde, und seine
Augen werden leuchten vor Erkenntnis wie die Pole, und seine Arme werden sich
bewegen wie die Flüsse, Bäche und Quellen, und die Handlungen werden
zuströmen den Meeren der göttlichen Erbarmungen, die gesalzen sind
mit der Gnade und mit den Erkenntnissen der ewigen Liebe und des ewigen Lebens.
[HGt.01_005,38] Nun, da habt ihr den Schlüssel, um zu eröffnen
und zu durchschauen die Erde, die euch trägt.
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