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Jakob
Lorber
Die
Haushaltung Gottes
Leseprobe,
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Durch
das Innere Wort empfangen von Jakob Lorber. Nach der 5. Auflage.
Lorber-Verlag Hindenburgstraße 5 D-74321
Bietigheim-Bissingen. Alle Rechte vorbehalten. Copyright © 2000 by
Lorber-Verlag, Bietigheim.
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[HGt.01_001,00] So sprach der Herr zu und in mir (Jakob Lorber) für
jedermann, und das ist wahr, getreu und gewiß: [HGt.01_001,01] Wer
mit Mir reden will, der komme zu Mir, und Ich werde ihm die Antwort in sein
Herz legen; jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton
Meiner Stimme vernehmen. [HGt.01_001,02] Und wer Mich aller Welt vorzieht,
Mich liebt wie eine zarte Braut ihren Bräutigam, mit dem will Ich Arm in
Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie ein Bruder den andern Bruder,
und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe er noch war.
[HGt.01_001,03] Den Kranken aber sage: sie sollen sich in ihrer Krankheit
nicht betrüben, sondern sollen sich ernstlich an Mich wenden und sollen
Mir ja ganz trauen. Ich werde sie trösten, und ein Strom des
köstlichsten Balsams wird sich in ihr Herz ergießen, und des ewigen
Lebens Quelle wird unversiegbar in ihnen offenbar werden; sie werden genesen
und werden erquickt werden wie das Gras nach einem Gewitterregen.
[HGt.01_001,04] Die Mich suchen, denen sage: Ich bin der wahre Überall
und Nirgends. Überall bin Ich, wo man Mich liebt und Meine Gebote
hält, nirgends aber, wo man Mich nur anbetet und verehrt. Ist denn
die Liebe nicht mehr denn das Gebet, und die Haltung der Gebote nicht mehr denn
die Verehrung?! Wahrlich, wahrlich sage Ich dir: Wer Mich liebt, der betet Mich
im Geiste an, und wer Meine Gebote hält, der ist's, der Mich in der
Wahrheit verehrt! Meine Gebote aber kann niemand halten als nur derjenige, der
Mich liebt; der Mich aber liebt, hat kein Gebot mehr als dieses, daß er
Mich liebt und Mein lebendiges Wort, welches das wahre, ewige Leben ist.
...
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5.
Kapitel Das Geheimnis der Schöpfung
[HGt.01_005,01]
Wer Ohren hat zu hören, der höre, und wer Augen hat zu sehen, der
sehe; denn siehe, Ich will euch ein gar großes Geheimnis enthüllen,
damit ihr sehen möget, wie sich euer liebevollster, heiliger Vater euch
von Angesicht zu Angesicht zu schauen und zu genießen brüderlich
gibt. Denn die Kinder müssen eingeweiht sein in die große
Haushaltung ihres Vaters von Ewigkeit her! [HGt.01_005,02] Die Gottheit war
von Ewigkeit her die alle Unendlichkeit der Unendlichkeit durchdringende Kraft
und war und ist und wird sein ewig die Unendlichkeit Selbst. In der Mitte Ihrer
Tiefe war Ich von Ewigkeit die Liebe und das Leben Selbst in Ihr; aber siehe,
Ich war blind wie ein Embryo im Mutterleibe! Die Gottheit aber gefiel Sich in
der Liebe und drängte Sich ganz zu Ihrer Liebe. Und der Liebe ward es
immer heißer und heißer in Ihrer Mitte, und es drängten sich
Massen und Massen der Gottheit dahin, und alle Mächte und Kräfte
stürmten auf Dieselbe los. [HGt.01_005,03] Und siehe, da entstand ein
großes Rauschen, Brausen und Toben, und siehe, die Liebe ward
geängstigt und gedrückt von allen Seiten, so daß die Liebe bis
ins Innerste erbebte! Und die Liebe gewahrte es, und das Rauschen ward zum
Tone, der Ton aber ward in der Liebe zum Worte, und das Wort sprach: Es
werde Licht! Und da loderte im Herzen die Flamme der entzündeten
Liebe auf, und es ward Licht in allen Räumen der Unendlichkeit!
[HGt.01_005,04] Und Gott sah in Sich die große Herrlichkeit Seiner
Liebe, und die Liebe ward gestärkt mit der Kraft der Gottheit, und so
verband Sich die Gottheit mit der Liebe ewiglich, und das Licht ging aus der
Wärme hervor. [HGt.01_005,05] Und siehe, da sah die Liebe alle
Herrlichkeiten, deren Zahl kein Ende ist, in der Gottheit, und die Gottheit
sah, wie dieses alles aus der Liebe in Sie überging, und die Liebe sah in
der Gottheit Ihre Gedanken und fand großes Wohlgefallen an denselben. Da
entzündete Sich die Liebe von neuem, und die Kräfte der Gottheit
rauschten um Sie, und siehe: Die Gedanken der Liebe waren selbst Liebe und
waren ohne Zahl. [HGt.01_005,06] Da sah die Gottheit Ihre Herrlichkeit, und
die Liebe empfand Ihre Macht. Und da sprach die Liebe in der Gottheit:
Lasset Uns die Gedanken der Herrlichkeit festhalten und heraustreten,
daß sie frei werden und Uns empfinden und sehen, wie Wir sie empfinden
und sehen und Wir sie empfanden und sahen, ehe noch das Licht ihre Formen
erleuchtete! [HGt.01_005,07] Da ging das Wort in die Gottheit
über, und Sie ward überall Liebe. Und siehe, da sprach die Gottheit
zum ersten Male: Es werde! Und es ward ein Heer der Geister aus
Gott frei, deren Zahl kein Ende hat, und die Liebe sah Sich Selbst
verunendlichfältigt und sah Ihre unendliche Schönheit vollkommen.
[HGt.01_005,08] Aber alle die Wesen waren noch nicht lebendig und empfanden
noch nicht und sahen noch nicht; denn sie waren noch außer der Liebe in
der Gottheit fixierte Formen. [HGt.01_005,09] Und es dauerte die Liebe, und
Sie regte Sich, und das Regen stieg in der Gottheit empor, und die Gottheit gab
Ihre Gefangenen der Liebe, und Liebe durchdrang alles. Und siehe, da wurden die
Formen lebendig und staunten sich an und wärmten sich an den
Flammenströmen der göttlichen Liebe und bekamen dadurch
selbständige Bewegung und Regsamkeit! Aber sie erkannten sich noch nicht.
[HGt.01_005,10] Da sprach die Liebe abermals: Lasset Uns machen,
daß sie sich erkennen, damit sie dann Mich und durch Mich auch Dich
erkennen mögen! [HGt.01_005,11] Da stieg wieder das Wort in der
Gottheit empor, und in der Gottheit ertönte das Wort, und das Wort ward
zum Gesetze, und das Gesetz war die Liebe und strömte in alle über.
[HGt.01_005,12] Und siehe, da wurden gebildet drei, und aus ihnen gingen
hervor sieben! Und die drei waren gleich der Liebe, dem Lichte und der
Gottheit; und die sieben waren gleich den sieben Geistern Gottes, und sie
heißen und werden ewig heißen: 1. Liebet die Liebe. 2.
Fürchtet die Gottheit, welche tötet, damit ihr nicht
getötet werdet. 3. Die Liebe in euch ist heilig; darum achtet euch
untereinander, wie euch die Liebe in der Gottheit achtet und Freude hat an
euch. 4. Jeder ist sein Eigentum und das Eigentum der Liebe Gottes; daher werde
keiner dem andern zum Raube. 5. Keiner verdecke je sein Antlitz vor dem andern,
damit der andere nicht wisse, wie die Liebe ist, damit ihr seid wie die
Liebe, die euch werden hieß. 6. Euer Inneres sei auch euer
Äußeres, damit keine falsche Regung in euch entstehe und ihr
zugrunde gehet. 7. Euer Äußeres sei der getreue Widerschein eures
inneren Spiegels, in welchem Sich die Liebe der Gottheit beschaut; sonst wird
der innere Spiegel zerbrochen werden und eure Gestalt wird schrecklich werden.
[HGt.01_005,13] Da donnerte die Gottheit in den unendlichen Räumen den
Übertretern ein fürchterliches Strafgericht, und so ward die Anbetung
der Gottheit in der allerhöchsten Furcht ihnen geboten, und es ward ihnen
geboten die Liebe der Liebe. Und sie wurden hinausgestellt in der höchsten
Freiheit und konnten tun, was sie wollten, und nichts soll sie hindern in ihrer
Freiheit und bis zur Zeit, da sie sich werden erkannt haben in ihrer Freiheit
und ihrer Demut, damit das Gesetz ihr eigenes werde und sie dann vollkommen
frei würden. [HGt.01_005,14] Allein nun erkannten sie sich in ihrer
großen Macht und alles überstrahlenden Herrlichkeit und
Majestät, und der Oberste der drei, gleich dem Lichte der Gottheit,
entzündete sich in seiner Begierde, um sich der Gottheit vollends zu
bemächtigen. Durch ihn entzündete sich ein großer Teil der
Geister, die durch ihn wurden; und durch sie erbrannte auch die Gottheit in
Ihrem Grimme gleich den zwei niederen Geistern der drei und schleuderte die
böse Rotte in die Tiefe der Tiefe ihres Zornes. [HGt.01_005,15] Und
die zwei und die aus ihnen hervorgingen und die sieben, deren Zahl gerecht war,
wurden gefunden in der Treue ihrer Demut und wurden aufgenommen in die Kreise
der Macht Gottes; und die Liebe sah, daß sie rein waren befunden, und
freute Sich in ihrer Vollendung. Und siehe, die Kraft der Gottheit in der Liebe
stieg empor, und die Gottheit bewegte Sich, und die Geschaffenen nahmen wahr
die Bewegung der Gottheit, und die Gottheit bewegte Sich zu Ihrer Liebe, und
den Geschaffenen wurden die Augen eröffnet, und sie sahen zum ersten Male
die ewige Liebe. [HGt.01_005,16] Da staunten die Heere der Zahllosen, und
es entstand ein großer Jubel und eine große Freude unter ihnen;
denn sie sahen die Macht Gottes in der Liebe und sahen die Liebe in sich und
auch die Kraft, die sie werden hieß, und erkannten sich und erkannten die
Liebe und erkannten Gott. [HGt.01_005,17] Nun bewegte Sich die Gottheit,
und die Geschaffenen fürchteten sich vor der Gottheit, und die Liebe sah
ihre Furcht und sah, daß ihre Furcht gerecht war, und die Furcht ward
ihnen zum Gehorsam, und der Gehorsam war die Demut, und die Demut war ihre
Liebe, und die Liebe ward ihr Gesetz, und das Gesetz ihre ewige Freiheit, und
die Freiheit ward ihr Leben, und das Leben ihre Seligkeit ewiglich.
[HGt.01_005,18] Nun siehe, die ewige Liebe redete sie an, und sie
verstanden das Wort! Da lösten sich ihre Zungen, und das erste Wort, das
ihren Lippen entschwamm, war Liebe. Und es gefiel der Gottheit der Ton ihrer
Rede; und die Gottheit ward bewegt durch die Liebe, und die Bewegung formte
sich in den Geschaffenen, und die Form wurde zum Tone, und der Ton war das
zweite Wort und hieß Gott. [HGt.01_005,19] Und nun erst waren
die Geschaffenen vollendet. Und die Liebe sprach zu den Geschaffenen: Der
Erste unter euch ging verloren; daher übernehme Ich seine Stelle und werde
sein unter euch ewiglich! [HGt.01_005,20] Da lösten sich von
neuem ihre Zungen, und ihre Knie beugten sich, und sie beteten die Liebe an.
[HGt.01_005,21] Nun sieh weiter, was alles die Liebe tat, und Gott in der
Liebe, und die Liebe in Gott! Und es dauerte die Liebe der Verlorenen;
aber die Gottheit erbebte in Ihrem Grimme, und es ward gehört in allen
Räumen der Unendlichkeit Gottes ein großer Donner. Und der Donner
drang bis zum Innersten der ewigen Liebe, und die Liebe allein verstand den
Donner der Gottheit, und der Donner ward in Ihr zum Worte und sprach:
Alle Macht sei Dir untertan; tue nach Deinem Gefallen und sprich ,Es
werde!, und es wird sein!
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