Die geistige Sonne, Leseprobe, Seite 3

[GS.02_127,08] Aus dieser ganz kurzen Darstellung könnt ihr entnehmen, daß schon in den Füßen des Kindes das ganze liebsorgliche Wesen geistiger Art, wie das ganze Planetenwesen naturmäßiger Art vorhanden ist.
[GS.02_127,09] Auf den Füßen ruht der Leib als die Hauptwerkstätte des Lebens. Wer ersieht hier in geistiger Sphäre nicht sogleich das Wesen der belebenden Liebe aus Mir? Und wer erschaut in dem Leibe nicht sobald die Sonne, welche ist der belebende Leib des ganzen Planetensystems?
[GS.02_127,10] Im Leibe ist das Herz als der Grundsitz des Lebens und als das allerklarste Bild der Liebe. Diese Liebe ist fortwährend tätig und führt allen Teilen des Leibes Nahrung zu.
[GS.02_127,11] Gleich neben sich hat diese Liebe den Magen. Dieser ist die gastfreundschaftliche Küche, in welcher die Liebe durch ihr Feuer die Speisen verkocht und sie dann, gar herrlich zubereitet, in alle Teile führt.
[GS.02_127,12] Die Lunge ist da gleichsam ein zweiter Magen, eine zweite Küche, durch welche zu den in der ersten Küche bereiteten Speisen ätherische Kost hinzugegeben wird, damit die Speisen der ersten Küche lebendig werden und zur Unterstützung des Lebens taugen.
[GS.02_127,13] Wie herrlich zeigt das Bild dieser zwei Küchen, in deren Mitte das tätige Herz waltet, wie das Geistige in das Naturmäßige eingreift, um es selbst zu vergeistigen und also einer höheren Bestimmung zuzuführen. Und das alles geschieht durch die stets tätige Vermittlung des Herzens, dieses getreuesten Bildes der Liebe!
[GS.02_127,14] Wer kann hier Mein eigen Liebewalten verkennen, wie Ich auch einerseits stets das Verlorene aufnehme, es in der großen Küche der naturmäßigen Schöpfung verkoche, und es dann belebe durch den Hauch Meiner Gnade und Erbarmung, aus der zweiten großen Küche, welche da ist der Himmel, und ist gleich der Lunge im Menschen.
[GS.02_127,15] Jeder Atemzug kann jedem Menschen sagen, wie Ich eben aus den Himmeln fortwährend einwirke, damit das Leben bestehe dadurch, daß Ich eben durch dieses Einfließen stets den Tod in das Leben zu verwandeln anstrebe.
[GS.02_127,16] Wer hier nur ein klein wenig klar zu denken vermag, den wird dieses wunderbare Entsprechungsbild sicher nicht ohne Licht lassen. – Gehen wir aber weiter.
[GS.02_127,17] Zu beiden Seiten des Leibes befinden sich zwei Hände. Diese stellen in geistiger Hinsicht die werktätige Liebe dar, welche sich in weiten Räumen allorts frei bewegen kann und fortwährend wirkt und schafft.
[GS.02_127,18] Durch die Hände wird sonach auch Meine freiwaltende, ungebundene Macht dargestellt, welche aber dennoch nicht außer der bestimmten ewigen Grundordnung wirkt, denn auch eine jede Hand trägt als äußerste Ausläufer die Finger, deren Zahl den Ausläufern an den Füßen gleichkommt. Nur sind die Ausläufer an den Füßen an dieselbe gerichtete Ordnung gebunden, während die Ausläufer an den Händen die freie Tätigkeit in dieser Ordnung bedeuten.
[GS.02_127,19] Also wäre z.B. ein im Geiste nicht wiedergeborener Mensch gleich der gebundenen Ordnung der Füße und ein wiedergeborener Mensch gleich der freien Ordnung der Hände.
[GS.02_127,20] Wer hier wieder zu denken vermag, der wird die entsprechende Wahrheit finden; besonders wenn er noch die naturmäßige Sonne betrachtet, wie auch diese im Ausflusse ihrer Strahlen ihre offenbaren freitätigen Hände beschaulich darstellt.
[GS.02_127,21] Nun hatten wir noch den Kopf, einen festen Teil über dem Leibe, welcher in sich selbst in abgerundeter Form einen vollständigen Menschen in seiner geistigen Sphäre darstellt. Die Ohren sind dessen Füße, auf denen er einhergeht. Die Augen sind seine Arme, mit denen er gar weit um sich greifen kann. Die Nase ist die Lunge; der Mund ist der Magen. In ihm ist gleich dem Herzen die Zunge, welche sowohl die materiellen wie die geistigen Speisen verarbeiten hilft; die materiellen durch das Unterschieben unter die zermalmenden Zähne und dann durch das Hinabschlingen. Das ist ihre materielle Beschäftigung. Aber die Zunge gibt auch der Stimme einen verständlichen, artikulierten Laut, und sie ist es, die die inneren Gedanken in verständige Worte umwandelt.
[GS.02_127,22] Das innere Mark des Hauptes stellt das gesamte entsprechende Eingeweide des Menschen dar oder sein verfeinertes und vergeistigtes Leben.
[GS.02_127,23] Und so führt der Mensch in seinem Gesamtumfange in seiner ganz einfachen, beschaulichen Form den Menschen durch all seine drei Stufen vor: in seinen Füßen die gebundene Naturmäßigkeit, in seinem Leibe dessen geistige Sphäre, die noch mit Verschiedenem zu tun und zu kämpfen hat und durch den Kopf seine himmlische Sphäre, wo der Mensch an und für sich zwar in einer festen, unwandelbaren Beschaffenheit dasteht, aber eben dadurch in seiner Wirkungssphäre um desto weiter hinausgreifend ist, wie die Bestandteile des Kopfes schon beim naturmäßigen Menschen endlos weiter hinausreichen als die Bestandteile des Leibes.
[GS.02_127,24] Nun sehet, das ist ein ganz einfaches, aber klares Bild. In dieses Bildnis äußerer Erscheinlichkeit ist das Ganze des Himmels, das Ganze der dem Himmel untergeordneten Geisterwelt und so auch das Ganze der dem Himmel und der Geisterwelt untergeordneten naturmäßigen Welt in allen ihren Einzelheiten enthalten.
[GS.02_127,25] Ich meine, wenn ihr dieses Bild, besonders in der Schlichtheit eines harmlosen Kindes, betrachtet, so werdet ihr in dieser Erscheinlichkeit jede andere mit Leichtigkeit finden und allenthalben auch eben so leicht auf deren Grund zu kommen imstande sein. – Und so hätten wir denn auch der Bilder genug; und es bleibt uns nichts mehr übrig, als einige „Nacherinnerungen“ diesem ganzen Werke beizufügen, wie dasselbe nutzbringend soll gelesen und darnach gehandhabt werden.

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