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Erde
und Mond, Leseprobe, Seite 2
[Er.01_027,12]
Mir, dem Schöpfer, aber kann es nicht gleichgültig sein, ob ein
Wesen, das nicht bloß von Mir nur wie ein Bild in der Idee gefaßt,
sondern auf obbeschriebene Weise aus der Fülle Meiner göttlichen
Wesenheit geschöpft wurde, nur eine Zeitlang oder ewig besteht. Das erste
müßte offenbar einen Teil aus Mir vernichten können, was
unmöglich ist; also es kann, wenn es einmal geschöpft ist, nur
für Ewigkeiten geschöpft sein. [Er.01_027,13] Aber ein solches
Geschöpf kann sich in Meiner Ordnung verkehren, und das ist ebensoviel als
gewisserart für Mich aufhören zu sein; denn der nicht für Mich
ist, der ist wider Mich. Auf diesem Wege aber würde sich mit der Zeit
neben Mir eine entgegengesetzte Kraft und Machtpotenz bilden, die Meinem freien
Wirken Störungen entgegensetzen würde, was mit anderen Worten nichts
anderes heißen würde als: Ich, die allerhöchste Vollkommenheit,
müßte Selbst unvollkommen sein, um eine Unvollkommenheit neben Mir
zu dulden. [Er.01_027,14] Um diesem allerhöchsten Übel zu
steuern, wird ein Geschöpf, welches sich nicht in Meine gegebene Ordnung
fügen will, alsogleich gefangengenommen und wird fixiert auf einen Punkt
und auf eine Stelle; und sehet, diese Fixierung ist das, was ihr als Materie
kennet, sehet und empfindet. [Er.01_027,15] In den endlos vielen Teilchen
der Materie liegt die endlose Intelligenz des neugeschaffenen, aber nun
gefangengenommenen Wesens zugrunde, welche Intelligenz nimmer zugrunde gehen
kann; aber sie ist gefestet und gegen die Sonne des Geistes gekehrt auf so
lange, bis sie zu jener Reife gelangt ist, wie ein Spiegel, der so lange das
Licht der Sonne aufnimmt, bis die Sonne ihn verkehret und ihn blind macht
für alles andere, als bloß allein nur am Ende noch fähig, das
Licht der Sonne aufzunehmen. Dem Außen nach wird der Spiegel freilich
immer matter, und seine Materie wird lockerer und poröser; aber diese
Materie wird eben dadurch stets fähiger, in all ihren aufgelösten
Teilen das Bild der Sonne, wenn auch höchst verjüngt, aufzunehmen,
und das ist eigentlich der gute Übergang: daß ein solches Wesen
anfängt, in all seinen Teilen die Gottheit aufzunehmen, und nicht nur in
einem einzelnen Teile. Und so ist es nicht genug, daß da jemand sagt:
Herr, Herr!, sondern er muß den Herrn in alle seine
Lebensfibern aufgenommen haben; dann erst ist er reif, wieder dahin
zurückzukehren, von wannen er gekommen ist. [Er.01_027,16] Aus diesem
Grunde muß endlich alle Materie wieder in das Minutissimum aufgelöst
werden, damit kein Teilchen da mehr vorkommt, das nicht fähig wäre,
das Bild der ewigen Sonne aufzunehmen; und in dieser Aufnahme des ewigen
Urbildes ist dann wieder die neue Schöpfung, in der sich die vorher
gefangenen, nun aber wieder frei gewordenen endlosen Intelligenzen eines Wesens
wieder ergreifen, in die erste Urform zurückgehen und wieder das werden,
was sie schon im Urbeginne hätten werden sollen. [Er.01_027,17] Aus
dieser Vorleitung wird euch sicher klar, daß in der Materie
unmöglich etwas anderes als lediglich nur Geistiges sein kann; und wir
können nun auf wohlerleuchteten Wegen unsere Wanderungen über und in
die geistige Erde machen.
28.
Kapitel Die Geister der obersten Luftregion.
10.
Februar 1847 [Er.01_028,01] Wenden wir uns zuerst in die oberste Luftregion
und sehen uns da um, was dahier für geistige Wesen zu Hause sind, und wie
sie schalten und walten. [Er.01_028,02] In dieser Region sind schon lauter
vollkommene Geister, und lauter solche, die ehedem leibliche Menschen auf dem
Erdkörper waren. Diese genießen schon fortwährend Licht; denn
auch natürlichermaßen wird es in solcher Höhe nimmer vollkommen
finster. Aber in der geistigen Natur ist da schon ein fortwährender,
ununterbrochener Tag; denn diese dritte Region beurkundet schon ein drittes,
ganz reines geistiges Stadium, während die zweite Region noch nicht rein
und sehr häufigen Trübungen ausgesetzt ist; noch mehr aber ist es die
erste oder unterste Luftregion, in welcher, gleichsam im ersten Stadium, Gutes
und Böses wie Kraut und Rüben untereinander wallet.
[Er.01_028,03] Wir wissen nun, daß in der dritten Region die reinsten
Geister von dieser Erde zu Hause sind. Warum aber? Was machen sie da?
[Er.01_028,04] Kein Geist, der von dieser äußeren
natürlichen Erde auch noch so vollendet in die geistige übergeht,
kann sogleich in das eigentliche große Himmelreich emporsteigen, und das
darum nicht, weil zu seiner endlichen Vollendung noch immer etwas im
Erdkörper zurückbleibt, was er nur nach und nach aufnehmen kann. Erst
wann er den letzten Rest dessen, was ihm angehörte, veredelt und
vergeistigt in sein Wesen aufgenommen hat, kann er diese Region verlassen und
in eine wirkliche erste Stufe des Himmelreiches eingehen. [Er.01_028,05]
Der Geist zwar an und für sich, als das Urprinzip des Lebens aus Mir,
braucht freilich wohl nichts aus dem Erdkörper zu seiner Vollendung; aber
seine formelle Wesenheit, die da ist die Seele, diese muß das wieder in
sich vereinen bis auf das letzte Atom, was ihr einst aus der endlosen
Fülle Meiner sie formenden Idee gegeben ward. Dieses Gegebene besteht in
den endlos vielen Intelligenzpartikeln, welche natürlicherweise beim
Absterben des Menschen nicht auf einmal flottgemacht werden können. Da
sind Teile seines Leibes und Spezifika, die er Zeit seines Lebens ein- und
ausgehaucht hat, auch alle Abfälle seines Leibes, seine Tränen, auch
sonstige Auswürfe seines Leibes, sogar seine Kleidung, seine Behausung;
kurz alles, was er irgendwann durch seine Kraft hervorgebracht und getan hat,
das alles muß mit der Zeit als gewisserart ein geläutertes
psychisches Spezifikum von der Psyche aufgenommen werden, damit der Geist dann
in sich selbst eine vollendete Beschauung und durch diese Beschauung eine
klarste Rückerinnerung an alles das hat, was mit seiner kompletten
Wesenheit vor sich gegangen ist, und wie der ganze, lange Weg beschaffen war,
auf welchem er wieder zu dieser seiner urersten Vollkommenheit gelangt ist.
[Er.01_028,06] Diese gewisserart spezielle Rückerinnerung könnte
aber der Geist nicht bekommen, wenn in seine psychische Wesenheit nicht alles
das aufgenommen würde, was urursprünglich zu seiner Wesenheit
gehörte, und was alles er auf diesem langen Kreiswege sich angeeignet
hatte. Darum heißt es auch, daß alle Haare auf dem Haupte
gezählt sind, und nur derjenige, der nach Meiner Lehre wandelt, der
sammelt; wer aber anders handelt, der zerstreuet. Also muß der Geist noch
eine Zeit warten, bis all das Seinige von seiner Wesenheit aufgenommen worden
ist. [Er.01_028,07] Wie aber erkennt da der Geist das Seinige? Das
liegt schon in der ewigen Ordnung. Wie jedes Gras sein Spezifikum aus dem
endlosen Spezifikalgemenge genau herausfindet, noch genauer findet der Geist
das Seinige. [Er.01_028,08] Was tut aber der Geist unterdessen? Er
handelt nach den Gesetzen der Liebe und herrscht also in dieser Region und
bewirkt durch seine Gegenwart und durch sein Liebehandeln, daß diese
dritte Luft da ist, und schlichtet und ordnet die Wege fürs erste jenen,
die als Neulinge in diese Region emporkommen, und weist ihnen Ort und Handlung
an; dann beherrscht er belehrend die schon reineren Geister in der unteren
Region; und wenn allda Reibungen und Trübungen vorkommen, so senkt er sich
wie alle seinesgleichen als Friedensstifter herab und wirkt da energisch.
[Er.01_028,09] Wenn aber fremde Geister aus anderen Weltkörpern hier
anlangen, da prüft er sie, und wenn er sie als tüchtig befindet, so
führt er sie auf den rechten Wegen zur Erde nieder, ist bei den Zeugungen
durch seinen Einfluß zugegen, hilft solchen neuen angekommenen Geistern
auf den Weg des Fleisches dieser Erde und sorgt dann auch, daß diese
Geister genau jene prüfenden Wege im Fleische durchgeführt werden,
welche Wege sie anderweltenorts, um Kinder des Herrn zu werden, zu wandeln
beschlossen haben. [Er.01_028,10] In dieser dritten Region wandeln und
wohnen dann so ganz eigentlich die euch wohlbekannten sogenannten Schutzgeister
der Menschen. Doch aber sind diese reinen Geister noch nicht ledigliche
Alleinherrscher und können es auch noch nicht sein, weil ihnen noch in gar
vielem die vollendete Erkenntnis aus obbekanntgegebenen Gründen mangelt;
daher sind auch fortwährend vollkommene Engelsgeister über und unter
ihnen, welche diesen Geistern allezeit die richtige Anweisung geben, was sie zu
tun und zu schlichten haben. Aber für die Geister dieser dritten Region
ist eben diese dritte Region ein gar herrliches Paradies, wo sie alles haben,
was nur immer ihr Herz in der Liebe zu Gott erfreuen kann.
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